Japan: Erneutes schweres Erdbeben - mindestens 22 Tote

Fünf Jahre nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe ist Japan erneut von tödlichen Beben heimgesucht worden. Zwar blieben die Atomreaktoren in der Region laut Betreiberangaben diesmal unversehrt. Doch vielerorts hat es starke Schäden gegeben.

Erneutes schweres Erdbeben in Japan. Bild: dpa

Bei heftigen Erdbeben im Südwesten Japans sind binnen weniger als zwei Tagen mindestens 31Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 22der Opfer starbenam Samstag, als ein besonders schweres Beben der Stärke 7,3 die Unglücksregion auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu heimsuchte und enorme Schäden anrichtete. Viele der älteren Opfer erlagen laut Medienberichten ihren zahlreichen Verletzungen oder wurden von Trümmern und umgestürzten Möbeln erschlagen. Mehr als 1.000 weitere Menschen wurden verletzt.

22 Tote - Erneutes Erdeben in Japan

Das Beben vom Samstag war erheblich stärker als eine erste Erschütterung am Donnerstag, bei der neun Menschen getötet worden waren. Dieses Beben hatte eine Stärke von 6,5 und war lediglich ein Vorausschock gewesen, gefolgt von zahlreichen weiteren Erschütterungen, wie die nationale Meteorologische Behörde mitteilte. Sie warnte auch für die nächsten Tage vor weiteren teils starken Beben. Atomreaktoren in der Region blieben nach Betreiberangaben unversehrt. 

Nach den Erdeben: Keine Schäden bei Atomreaktoren

Dutzende von Opfern wurden Medienberichten zufolge noch unter Trümmern und Erdrutschen vermutet. Die Selbstverteidigungsstreitkräfte schickten 20.000 Soldaten in die Unglücksregion. Viele Häuser in der am schwersten betroffenen Provinz Kumamoto sind zerstört. In der Ortschaft Minamiaso ging ein gewaltiger Erdrutsch nieder und verschüttete eine Straße. Militärhubschrauber brachten Anwohner in Sicherheit. Auch das Verkehrsnetz in der Region wurde beschädigt. Viele Bahngleise und Straßen sind beschädigt. Das Dach des Flughafens von Kumamoto brach ein, verletzt wurde jedoch niemand. Sämtliche Flüge von und zu dem Flughafen wurden gestrichen.

Eine Japanerin kämpft sich durch die Verwüstung. Bild: dpa

 

Notunterkünfte für rund 70.000 Menschen

Hunderttausende von Haushalten waren vorübergehend von der Gas-, Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Stromunternehmen aus anderen Teilen des fernöstlichen Inselreiches stellten sich darauf ein, mobile Generatoren zur Versorgung von Krankenhäusern und anderen wichtigen Einrichtungen in die Unglücksregion zu schicken. Rund 70.000 Menschen haben sich in Notunterkünften in Sicherheit gebracht. Für den Abend wurde mit heftigen Regengüssen gerechnet, was weitere Erdrutsche zur Folge haben könnte. 

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