Menschenhandel im Artemis?: Blaulicht statt Rotlicht - Razzia in Berliner Luxus-Bordell

900 Polizisten, Steuer- und Zollfahnder haben Berlins größtes Bordell wie in einer Filmszene durchsucht. Der Verdacht wiegt schwer und reicht von Rockerbanden-Verbindungen bis hin zu Menschenhandel.

Razzia im Berliner Luxus-Bordell Artemis. Bild: dpa

Das Berliner Luxus-Bordelll "Artemis" liegt ausgesprochen verkehrsgünstig. Schon von der Stadtautobahn ist die Leuchtreklame zu sehen, das Messegelände ist um die Ecke, und auch die S-Bahn hält nicht weit entfernt.

Rotlicht-Kuschelfassade des "Artemis" bröckelt

Seit der Eröffnung 2005 haben die Betreiber ihrem Etablissement ein Saubermann-Image gegeben. Sie verkauften es als Wellness-Oase mit Spaßbad, Fitnesscenter, Restaurant und Fußball-Übertragungen im Pornokino - ein Bordell mit Prostituierten, die angeblich ohne Zwang und Zuhälter arbeiten und deshalb Eintritt zahlen wie ihre Freier. Nun hat eine der größten Razzien der jüngeren Berliner Vergangenheit gezeigt, dass es hinter dieser Rotlicht-Kuschelfassade wohl rabenschwarz aussieht. Die Ermittler fühlen sich an Al Capone erinnert.

900 Polizisten waren bei der Großrazzia dabei. Bild: dpa

Wie bei Al Capone - Razzia im Berliner Luxus-Bordell Artemis

Wo Freier in weißen Bademänteln zwischen Bildern der griechischen Jagdgöttin Artemis wandeln, sollen Mitglieder der Rockerbande Hells Angels Frauen mit Gewalt der Prostitution zugeführt haben, sagen die Ermittler. Die Betreiber hätten davon gewusst, aber sich nicht selbst die Hände schmutzig gemacht. "Sie verwalteten Kriminalität", sagt Staatsanwalt Andreas Behm am Mittwoch. Ein Beleg wirkt handfest: 6,4 Millionen Euro Vermögen fanden sich bei der nächtlichen Razzia, bei der 900 Polizisten, Steuer- und Zollfahnder den überraschten Prostituierten und Freiern gegenüberstanden.

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