Flüchtlingsunterkunft Leipzig Schönefeld-Ost: So sollen Asylbewerber künftig wohnen

Wie leben Flüchtlinge in deutschen Notunterkünften? News.de hat sich in einer Erstaufnahme-Einrichtung in Leipzig umgesehen und berichtet vom Tag der offenen Tür im Asylbewerberheim Schönefeld-Ost.

Die Flüchtlingsunterkunft in der Braunstraße in Leipzig bietet Platz für 600 Flüchtlinge. Bild: Thomas Jacob/news.de

In nur drei Monaten hat die Stadt Leipzig eine Notunterkunft für 600 Asylbewerber aus dem Boden gestampft. Statt Zelten setzt man zumindest auf feste Bauten, nun sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Zuvor gab die Stadt und das Deutsche Rote Kreuz den Bürgern die Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck von der Erstaufnahme-Einrichtung zu machen. News.de war dabei.

Tag der offenen Tür in der Flüchtlingsunterkunft Leipzig

Gleich zu Beginn stellt eine Mitarbeiterin des Roten Kreuz klar: Die Erstaufnahme-Einrichtung ist gar keine Erstaufnahme-Einrichtung. Aufgrund des Rückgangs der Flüchtlingszahlen will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Unterkunft in den nächsten Monaten als zentrale Registrierungsstelle nutzen.

Dazu sollen Asylbewerber, die noch nicht registriert wurden, aus den umliegenden Kommunen nach Leipzig gebracht werden und im Idealfall nur eine Nacht vor Ort verbringen. In der auf 600 Personen ausgelegten Einrichtung könnten in der nächsten Zeit demnach im Schnitt nur 60 bis 100 Bewerber untergebracht werden.

Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, die Notunterkunft in Leipzig zu besichtigen. Bild: Thomas Jacob/news.de

Ein Zimmer, vier Betten, kaum Komfort

Privatsphäre sucht man in den zwölf Leichtbauhallen vergeblich. Vier Personen teilen sich je ein kärglich eingerichtetes Zimmer, in dem lediglich zwei schwarze Doppelstock-Betten stehen. Das Design ließe sich optimistisch als "funktional" bezeichnen. Eine Besucherin fragt, ob man den hier ankommenden Menschen nicht wenigstens auch ein paar Stühle hinstellen könnte.

Die blonde DRK-Mitarbeiterin schüttelt den Kopf. Man sei noch immer auf Sachspenden aus der Bevölkerung angewiesen. Aber Bierbänke habe man, schiebt sie lächelnd nach. "Ein bisschen wie im Ferienlager", hört man die Bürgerin vor sich hin murmeln.

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11 Kommentare
  • andrea

    10.04.2016 19:56

    ich verstehe nicht, warum immer noch asylunterkuenfte gebaut werden. es kommt doch jetzt angeblich keiner mehr nachdem die balkan route dicht ist. wer in so einer oeden unterkunft laenger als einen monat leben muss, der wir aergerlich und es ist nur eine frage der zeit bis manche sich dann radikalisieren. unterkuenfte auf diesem und moeglicherweise besserem niveau kann man auch viel billiger in den nachbarlaendern von syrien bauen. warum muss man diese leute in deutschland unterbringen, einem land, das ihrer kultur vollkommen fremd ist ? es macht keinen sinn.

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  • König

    10.04.2016 17:35

    Was für ein Komfort? Wo wart ihr Journalisten, als in 90 Jahre alle Spätaussidler nach Deutschland kammen? Bei unsere endstation haben wir als 6 Kopfige Familie ein 4x 4 Meter Zimmer bekommen. Dazu gehörten 3 (in Braun) 2 Stockige Betten, ein Tisch, 4 Stuhle, 2 Schränke. Eine Küche und ein Bad haben wir mit andere fremde Familie geteilt. Haben 3 Jahre dort gelebt. Eltern ohne privatspäre mit 15J. 8J. 7J. 1J. Jährigen Kinder zusammen in ein Zimmer gelebt. Waren froh das wir wenigsten sowas bekommen haben, bis wir auf unsere eigene Beine stehen können. Und hier wird so ein Theater gemacht!

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  • König

    10.04.2016 17:33

    Was für ein Komfort? Wo wart ihr Journalisten, als in 90 Jahre alle Spätaussidler nach Deutschland kammen? Bei unsere endstation haben wir als 6 Kopfige Familie ein 4x 4 Meter Zimmer bekommen. Dazu gehörten 3 (in Braun) 2 Stockige Betten, ein Tisch, 4 Stuhle, 2 Schränke. Eine Küche und ein Bad haben wir mit andere fremde Familie geteilt. Haben 3 Jahre dort gelebt. Eltern ohne privatspäre mit 15J. 8J. 7J. 1J. Jährigen Kinder zusammen in ein Zimmer gelebt. Waren froh das wir wenigsten sowas bekommen haben, bis wir auf unsere eigene Beine stehen können. Und hier wird so ein Theater gemacht!

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