Germanwings-Absturz am 24.03.2015: Skandal! Weitere Leichen ohne Hinterbliebene bestattet

Zeitgleich zum ohnehin emotionalen Jahrestag der Germanwings-Katastrophe müssen die Hinterbliebenen nun mit einer weiteren Qual zurecht kommen: Am Absturzort sollen erst in der vergangenen Woche weitere Leichenteile gefunden und unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattet worden sein.

Gedenkstein in Le Vernet, Frankreich, in der Nähe der Unglücksstelle mit der Inschrift "In Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks vom 24. März 2015" in den Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch. Bild: dpa

Ein Jahr nach der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen mit 149 Toten sollen vor einer Woche, am 17. März, unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitere Leichenteile der Opfer beerdigt worden sein. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung online. Sie sollen nach Angaben der Fluggesellschaft Lufthansa, zu der auch Germanwings gehört, bei Umweltarbeiten am Absturzort gefunden und "fachgerecht geborgen" worden sein.

Bestattung in Le Vernet ohne Hinterbliebene der Opfer des Germanwings-Absturzes

Nur drei Tage vor der Bestattung in Le Vernet seien die Angehörigen von Germanwings in einer E-Mail mit den Worten informiert worden: "Wir haben die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass die Nachbestattung der sterblichen Überreste, die im Zuge der Umweltarbeiten an der Absturzstelle geborgen wurden, am Morgen des 17. März stattfinden wird." Eine Teilnahme sei jedoch nicht vorgesehen.

VIDEO: Am Jahrestag: Besuch der Absturzstelle
Video: RTL

Angehörigen-Anwalt: "Eine weitere seelische Grausamkeit"

Elmar Giemulla, ein Anwalt der Angehörigen, sagte der "Bild"-Zeitung: "Viele meiner Mandanten, die zur Beerdigung hätten anreisen wollen, konnten nicht dabei sein. Das ist eine weitere seelische Grausamkeit. Der böse Wille hinter diesem Zeitplan ist klar erkennbar. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Beerdigung am Jahrestag vorzunehmen, wozu ohnehin viele Familienmitglieder der Toten anreisen." Laut Lufthansa sei die Bestattung auf Wunsch der Kirchengemeinde in Le Vernet unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgenommen worden.

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