Größter Mafia-Prozess Norditaliens: 147 mutmaßliche 'Ndrangheta-Mitglieder vor Gericht

Im norditalienischen Reggio Emilia hat der Prozess gegen 147 mutmaßliche Mafia-Mitglieder begonnen. Sie sollen der süditalienischen 'Ndrangheta angehören und in eine Vielzahl zum Teil schwerer Verbrechen verwickelt sein. Der Gerichtssaal wurde für das Verfahren zu einem Hochsicherheitstrakt umgebaut. Auch ein Ex-Fußball-Nationalspieler ist angeklagt.

In Turin wird hier an die Opfer der Mafia gedacht. Im norditalienischen Reggio Emilia beginnt indes der Prozess gegen über 100 mutmaßliche Ndrangheta-Mitglieder. Bild: dpa

Es ist der größte Mafia-Prozess den Norditalien je erlebt hat: 147 Angeklagte müssen sich in Reggio Emilia vor Gericht verantworten. Im Visier der Justiz steht die 'Ndrangheta-Organisation, die eigentlich aus dem süditalienischen Kalabrien stammt, seit Jahrzehnten aber auch im wohlhabenden Norden Italiens ihr Unwesen treibt.

Auch Ex-Fußballprofi Vincenzo Iaquinta vor Gericht

Besonders pikant: Unter den Angeklagten ist auch der italienische Fußballweltmeister Vincenzo Iaquinta (36). Dem ehemaligen Stürmer wird illegaler Waffenbesitz, aber auch die Unterstützung der Mafia vorgeworfen: Sein Vater wird verdächtigt, Mitglied der Verbrecherorganisation zu sein. Iaquinta weist jegliche Vorwürfe zurück.

Zahlreiche Politiker und Unternehmer im Fokus der Behörden

Die Verdächtigen kommen dabei ganz grundsätzlich aus allen Schichten der italienischen Gesellschaft: 25 Gefängnisinsassen, aber auch zahlreiche Beamte, Politiker, Handwerker, Unternehmer und Journalisten. Die Staatsanwaltschaft lastet ihnen typische Mafia-Verbrechen wie Mord, Geldwäsche, Erpressung, Korruption und Stimmenverkauf für Kommunalwahlen an.

Für den Mega-Prozess wurde im Gericht von Reggio Emilia eigens eine so genannte Aula Bunker, ein riesiger Gerichtssaal der höchsten Sicherheitsstufe, errichtet.

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lid/jko/news.de/dpa

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