Mafia-Mord in Berlin
Nach dem Attentat: Was die Autobombe in Berlin demonstriert

Vor einer Woche starb Mesut Ter (✝43) durch ein Autobomben-Attentat mitten in Berlin. Die Ermittler sind sich sicher, dass die Mafia dahinter steckt und ein Zeichen setzen wollte. Doch wie stehen die Chancen, die Täter zu schnappen?

Laut hochrangigen Polizeibeamten wollte die organisierte Kriminalität mit der Autobombe gegen Mesut Ter (✝43) ein klares Zeichen an die Szene setzen. Bild: dpa

Aus Filmen wissen wir: Die Mafia bringt dich nicht um, sie lässt dich verschwinden. So ähnlich bestätigen das auch erfahrene Polizeibeamte, wenn sie von Morden "im Verborgenen" reden. Doch vor wenigen Tagen ereignete sich mitten im Berliner Berufs- und Schulverkehr ein gezieltes Attentat, das genau das Gegenteil bewirkte und bewirken wollte. Ein Auto wurde ganz in der Nähe der Deutschen Oper im fließenden Verkehr in die Luftgesprengt. Laut einem ranghohen Polizeiführer ein klares Zeichen der Mafia.

Opfer war polizeibekannt

Am Dienstag vergangene Woche starb Mesut Ter (✝43) an den Verletzungen, die er durch eine Autobombe erlitt. Das Attentat ereignete sich mitten im Berliner Berufsverkehr unweit der Deutschen Oper. Laut Informationen der "Welt" handelte es sich um einen gezielten Anschlag der osteuropäischen Mafia. Und den Ermittlern des Landeskriminalamtes (LKA) zufolge, deute alles darauf hin, dass ein Exempel statuiert werden sollte.Trotz intensiver Ermittlungen sind die Hintergründe der Autobombe weiterhin unklar. Auch Hinweise zu Hintermännern gäbe es bislang nicht.

Fest steht nur, dass Mesut Ter polizeibekannt war. In den frühen Morgenstunden des 15. März soll der Hartz-IV-Empfänger, nach einem Abend in einem Lokal an der Beusselstraße in Moabit, in sein Auto gestiegen sein, um den Heimweg anzutreten. Doch kurz bevor er seine Wohnung an der Bismarckstraße in Charlottenburg erreichte, wurde er durch die Detonation der Bombe und die dadurch erlittenen Verletzungen getötet.

Rauschgiftschmuggel aus Südamerika

Doch wenn es wirklich eine Tat der organisierten Kriminalität war, wieso dann so öffentlich und ohne Rücksicht auf Unschuldige? Wie "n24" berichtet, macht vor allem der Zeitpunkt der Tat, mitten im Berufsverkehr und zur Schulzeit, eines deutlich: Es war ein Exempel, ein Warnschuss für alle anderen unbekannten Mitglieder der Oragnisation. Wer mit Behörden kooperiert oder eigene Geschäfte betreibt, wird erbarmungslos bestraft.

Denn wie sich kurze Zeit nach dem Attentat herausstellte, war Ter 2008 mit 33 Kilo Kokain im polnischen Danzig erwischt und zu einer Haftstrafe verurteilt worden. "n24" berichtet, dass der 43-Jährige zusammen mit Komplizen sogar Autos mit Rauschgift bestückt und von Südamerika nach Europa verschifft haben soll. Bei einer Übergabe sei es zu Streitigkeiten gekommen und es sollen Schüsse gefallen sein. In der Szene soll es auch Gerüchte gegeben haben, nach denen Mesut Ter Mitstreiter bei der Polizei belasten wollte.

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