Anschläge in Brüssel im News-Ticker
Alle Brüssel-Attentäter identifiziert - Schweigemarsch für Terroropfer

Bei Explosionen am Brüsseler Flughafen und der Metro hat es am Dienstagmorgen mehrere Tote und zahlreiche Verletzte gegeben. Die Stadt befindet sich im Ausnahmezustand. Verfolgen Sie das Geschehen hier im News-Ticker.

Rauch steigt über dem Terminal des Brüsseler Flughafens auf. Scheiben sind zerstört, Menschen fliehen. Bild: twitter.com/Muschelschloss?lang=de

Gut vier Monate nach den verheerenden Anschlägen von Paris haben Terroristen in Brüssel zugeschlagen: Bei Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn im EU-Viertel sind am Dienstag 31 Menschen getötet worden. Mehr als 300 weitere wurden verletzt.

  • Explosionen am Flughafen Brüssel Zaventem und der Metro
  • 31 Tote, über 300 Verletzte, darunter auch Deutsche
  • Flughafen evakuiert, Metro-Stationen, Tunnel geschlossen, Flüge gestrichen
  • IS bekennt sich
  • Täter identifiziert
  • Terrorverdächtiger Laachraoui ist tot
Wahrzeichen weltweit leuchten in den belgischen Nationalfarben. So auch das Brandenburger Tor in Berlin. Bild: Kay Nietfeld/dpa

22.21 Uhr: Flughafenpersonal versammelt sich zu Schweigemarsch für Terroropfer

Zahlreiche Mitarbeiter und Anwohner des Brüsseler Flughafens haben sich am Abend zu einem Schweigemarsch versammelt. An dem Gedenken an die Opfer der Terroranschläge beteiligten sich nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga Hunderte Menschen. Etliche trugen Kerzen, Blumen oder Taschenlampen bei sich.

21.45 Uhr: Alle Selbstmordattentäter von Brüssel identifiziert

Drei Selbstmordattentäter konnten identifiziert werden. Alle sind in Belgien geboren und hatten Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Pariser Anschläge. Es handelt sich um die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui - beide polizeibekannt - und Medienberichten zufolge um Najim Laachraoui. Noch gefahndet wird nach einem Komplizen, der vom Flughafen geflüchtet sein soll. Verletzt wurden nach jüngsten Angaben 300 Menschen, darunter auch mehrere Deutsche und rund ein Dutzend US-Bürger.

20.45 Uhr Zahl der Verletzten nach Brüsseler Anschlägen steigt auf 300

Die Zahl der verletzten Menschen ist erneut nach oben korrigiert worden. Nach am Mittwochabend veröffentlichten Zahlen erlitten nicht 270, sondern 300 Personen leichte oder schwere Verletzungen. Die Hälfte von ihnen lag am Mittwoch noch in Krankenhäusern, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 61 Menschen mussten demnach auf einer Intensivstation behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer liege unverändert bei 31, hieß es.

18.51 Uhr: Medienberichte: Gesuchter Terrorverdächtiger Laachraoui ist tot

Der seit Tagen gesuchte Terrorverdächtige Najim Laachraoui ist nach belgischen Medienberichten tot. Er sei einer der Selbstmordattentäter gewesen, die sich auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hatten, berichtete der Sender RTBF. Der 24-Jährige stammt aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek, wo auch ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter ausgehoben wurde. Der mutmaßliche Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein. Laachraouis DNA soll auf Sprengstoff gefunden worden sein, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde.

17.42 Uhr: Erdogan: Attentäter von Brüssel wurde aus Türkei ausgewiesen

Einer der Attentäter von Brüssel ist nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Jahr aus der Türkei ausgewiesen worden. Die belgischen Behörden hätten den Mann nach der Ausweisung im Juli aber trotz der Warnungen der Türkei freigelassen, sagte Erdogan in Ankara.

16.49 Uhr: Keine Hinweise auf Gefährdung des Länderspiels Deutschland - England

Der Deutsche Fußball-Bund sieht derzeit keine Gefahr für das Länderspiel am Samstag gegen England. "Wir bereiten uns vor, das Spiel ganz normal durchzuführen", erklärte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert am Mittwoch in Berlin. Es gebe weiterhin "keinerlei Hinweis auf die Gefährdung unserer Veranstaltung", ergänzte er. Nach den Terroranschlägen zu Wochenbeginn in Brüssel sind die Sicherheitsmaßnahmen rund um die deutsche Nationalmannschaft hochgefahren worden. Das zeige, wie sensibel mit dem Thema umgegangen werde, betonte der DFB-Sicherheitschef.

16.25 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen verletzten Deutschen in Brüssel

Weil bei den Terroranschlägen in Brüssel auch Deutsche verletzt wurden, will nun die Bundesanwaltschaft ermitteln. "Wir leiten ein Ermittlungsverfahren ein", sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Mittwoch. Die Zuständigkeit der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde ergebe sich immer dann, wenn Deutsche unter Terroropfern sind. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung.

15 Uhr: Das sind die Brüsseler Terror-Brüder El Bakraoui

Khalid El Bakraoui: Der 27-jährige Belgier zündete nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die tödliche Bombe in der Brüsseler Metro. Er wurde schon wegen der Anschläge in Paris vom 13. November gesucht. Unter falscher Identität soll er für die Pariser Terrorgruppe ein Haus in Charleroi gemietet haben. Auch die Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest, wo der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid bei einer Polizeiaktion vergangene Woche erschossen wurde und Salah Abdeslam sich aufgehalten haben soll, lief auf seinen Tarnnamen. Schon Anfang 2011 war er wegen gewaltsamer Überfälle auf Autobesitzer zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Ibrahim El Bakraoui: Der 30-Jährige, wie sein Bruder Khalid ein gebürtiger Brüsseler, zündete nach Angaben der Ermittler eine der Flughafen-Bomben und hinterließ ein Testament. 2010 hatte ein Brüsseler Gericht ihn zu neun Jahren Haft verurteilt, weil er bei einem Einbruch mit einer Kalaschnikow auf Polizisten gefeuert hatte. Er kam aber vorzeitig frei. Die Bilder, die eine Überwachungskamera kurz vor den Explosionen im Airport aufnahm, zeigen ihn in der Mitte. Die Männer rechts und links von ihm waren der Staatsanwaltschaft zufolge am Mittwoch noch nicht identifiziert. Der Mann auf dem Bild links kam als Selbstmordattentäter ums Leben, der in der weißen Jacke flüchtete. Er hatte die größte Sprengladung dabei.

14.45 Uhr: Verteidigungsministerin von der Leyen: Terror die Stirn bieten

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat nach den Anschlägen von Brüssel zum Kampf gegen den islamistischen Terror aufgerufen. "Wir sind fest entschlossen, dem feigen Terror die Stirn zu bieten und uns nicht einschüchtern zu lassen2, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch bei einem Truppenbesuch in Bad Reichenhall (Bayern). Sie stehe noch immer unter dem Eindruck der Anschläge, ergänzte von der Leyen. Sie sei in Gedanken bei der belgischen Regierung, aber vor allem bei den Menschen in dem Nachbarland.

14.10 Uhr: Auch mehrere Deutsche unter Verletzten in Brüssel

Bei den Terroranschlägen in Brüssel sind auch mehrere Deutsche verletzt worden. Das Auswärtige Amt schloss am Mittwoch auch nicht mehr aus, dass Bundesbürger getötet wurden. Mindestens ein Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft erlitt schwere Verletzungen.

Insgesamt sind nach bisherigen Erkenntnissen 31 Menschen ums Lebens gekommen und 270 verletzt worden.

14 Uhr: Staatsanwalt: Brüsseler Metro-Attentäter war Khalid El Bakraoui

Bei dem Attentäter in der Brüsseler Metro handelt es sich um Khalid El Bakraoui. Er ist der Bruder des mutmaßlichen Selbstmordattentäters vom Flughafen, Ibrahim El Bakraoui, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw am Mittwoch in Brüssel. Der Staatsanwalt erläuterte, Ermittler hätten einen Computer mit dem Testament von Ibrahim El Bakraoui sichergestellt. Der Rechner sei in einem Müllbehälter in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gefunden worden. In Schaerbeek hatte es am Dienstagabend Razzien nach den Anschlägen gegeben.

In Schaerbeek haben die Ermittler auch eine Art Bombenfabrik gefunden. Van Leeuw sagte, es seien unter anderem 15 Kilogramm hochexplosives Azetonperoxid (TATP), ein Koffer mit Nägeln und Schrauben, sowie weiteres Material für den Bombenbau sichergestellt worden.

13.25 Uhr: Staatsanwalt: Ibrahim El Bakraoui als Attentäter gestorben

Einer der Selbstmordattentäter der Brüsseler Anschläge ist als Ibrahim El Bakraoui identifiziert worden. Er sei der Mann in der Mitte des Fahndungsfotos vom Flughafen, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw am Mittwoch in Brüssel.

12.45 Uhr: Terrorverdächtiger Laachraoui doch nicht gefasst?

Der Terrorverdächtige Najim Laachraoui ist offensichtlich doch nicht gefasst. Die belgische Zeitung "La Dernière Heure" berichtete am Mittwoch, im Gegensatz zu früheren Informationen des Blattes sei Laachraoui doch nicht festgenommen worden. Zuvor hatten mehrere andere Medien bezweifelt, dass ein im Stadtteil Anderlecht festgenommener Mann der mutmaßliche Dschihadist Laachraoui sei.

Der 24-Jährige wird mit den Attentaten von Paris im November 2015 in Verbindung gebracht und könnte auch an den Anschlägen vom Dienstag in Brüssel beteiligt gewesen sein. Die belgische Polizei hatte ihn am Montag - einen Tag vor den tödlichen Attentaten auf den Flughafen und die U-Bahn in Brüssel - öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben.

12.22 Uhr: Fußball-Länderspiel Belgien gegen Portugal abgesagt

Nach den Terroranschlägen von Brüssel ist das für heute geplante Fußball-Länderspiel zwischen Belgien und Portugal abgesagt worden. Die Stadt Brüssel habe aus Sicherheitsgründen und als Vorsichtsmaßnahme darum gebeten, teilte der belgische Verband mit.

11.01 Uhr: Brüssel-Terrorverdächtiger Najim Laachraoui gefasst!

Der nach den Bombenanschlägenzur Fahndung ausgeschriebene Najim Laachraoui ist der "Bild" zufolge am Mittwoch in der belgischen Hauptstadt Brüssel gefasst worden. Er soll einer der drei Männer sein, die auf einem Überwachungsvideo des Airports zu sehen sind. Die zwei anderen sind identifiziert, kamen offenbar bei den Selbstmordanschlägen ums Leben.

Mittwoch, 23.03.2016, 08.31 Uhr: Flughafen-Attentäter von Brüssel identifiziert

Zwei Brüsseler Brüder haben nach Medienangaben das tödliche Attentat auf dem Flughafen der EU-Hauptstadt verübt. Wie der Sender RTBF unter Berufung auf Polizeiquellen meldete, wurden die Brüder Khalid und Brahim El Bakraoui als Täter identifiziert. Sie sprengten sich demnach gestern in der Abflughalle in die Luft und rissen etliche Menschen mit in den Tod. Die Terrorfahnder suchen nach den Attentaten mit mindestens 34 Toten und etwa 230 Verletzten auf nach einem flüchtigen Verdächtigen. Spezialisten hatten bis zum Spuren in einem Wohnhaus der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gesichert.

Laut "Bild" und "La Dernière Heure" waren die beiden Brüder mit dem am Freitag nach der Hausdurchsuchung festgenommenen Salah Abdeslam in Verbindung gebracht worden. Abdeslam wird eine Beteiligung an den Pariser Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten vorgeworfen.

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89 Kommentare
  • werner.4321

    27.03.2016 11:29

    Moli, das ist sehr schön für Sie. Ich bin Jahrgang 45, da war vieles nicht so einfach, manche Hürde und Klippe. Auch lief mein Leben nicht immer geradlinig! Teils Schicksal (Zufall), teils selbst verschuldet. Im Grunde aber brauche ich jetzt nicht unzufrieden sein! (Aber auch nicht zufrieden!). Habe tolle Hobbies und Aufgaben. (Und einen tollen Enkel!!!!). Gehe somit mein Leben anders an als Sie! Daran ist nichts falsch!

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  • Moli

    26.03.2016 19:08

    werner4321, ich komme nicht aus der ehemaliger DDR,ich bin ein West-Nordlicht, meine Geschwister und ich sind von einer starken,strängen Mutter erzogen worden ,unser Vater hat die Liebe verteilt.Ich möchte die Erziehung meiner Eltern nicht missen ,in jungen Jahren war das für mich anstrengt aber das war nicht um sonst,es hat sich gelohnt, wir als Kinder gehen alle unseren geraden Weg im Leben ohne das einer in irgendwelcher Form entgleist ist. Ich bin meinen Eltern sehr Dankbar für diese Erziehung,später weiß man das zu schätzen.

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  • werner.4321

    26.03.2016 07:38

    Moli, ich hatte früher einige Diskussionen, ich gehöre zu den 68ern (nebenbei: Sind Sie aus der früheren DDR? (bitte OHNE Vorurteil)), über "Laissez-Fair" oder "Antiautoritär". Aber, trotzdem ist mein Sohn ganz gut geraten. Und mein Enkel ein Wonnepropen!!! Deren Erziehung prima!!! "Massregelungen" müssen keine keine Züchtigungen sein! Auch Verführungen von Salafisten sind Gesellschaft. Wie auch positiver Einflüsse in Kitas und Schulen usw. Das ist "Sozialisation" eine weitere Form der Erziehung! Natürlich ändert sich das durch Handys usw. Das kann man nicht zurückdrehen!!!

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