"Bleibt zu Hause!" Kampagne in Afghanistan
So will die Regierung Afghanen abschrecken

Der Flüchtlingsstrom scheint kein Ende zu nehmen. Nach Syrien und dem Irak, stellt Afghanistan die drittgrößte Zuwanderungsnation. Doch die Afghanen sollen nun durch eine Kampagne überzeugt werden, in ihrem Heimatland zu bleiben - und erst gar nicht nach Deutschland aufzubrechen.

Afghanen sollen nach Willen der Bundesregierung erst gar nicht Richtung Europa aufbrechen. Bild: S. Sabawoon/dpa

Trotz der Bereitwilligkeit zur Aufnahme von Flüchtlingen, versucht die Bundesregierung dem Zustrom entgegenzuwirken. Dafür wurden sogenannte "Bleib-zu-Hause-Spots" gedreht, die potenzielle Asylbewerber "abschrecken" sollen. Sie sollen am besten erst gar nicht ihr Land Richtung Europa verlassen. Besondere Zielgruppe: Afghanen. Diese stellen die drittgrößte Zuwanderungsgruppe.

"Bleibt-zu-Hause"-Spots sollen Afghanen von Flucht abhalten

154.000 Afghanen sind seit Anfang 2015 in Deutschland registriert worden, so die "Bild". Um dem Trend entgegenzusteuern, starten in Afghanistan diese Woche die "Bleibt-zu-Hause"-Spots. Die Kampagne beinhaltet zehn Spots in TV, Radio und Internet, in denen afghanische Sport-Stars, Sänger und Normalos erklären, warum sie niemals aus ihrem Land flüchten würden, berichtet die "Bild" und schreibt von einem 20-jährigen Kellner, der in die Kamera lächelt und erzählt: "Der Wille versetzt Berge und alles, was wir tun, tun wir für unser Land!"

Thomas de Maizière glaubt nicht an Wirkung der Kampagne

Die Kampagne soll Deutschland bis zu 250.000 Euro kosten. Am Erfolg der Spots wird aber gezweifelt. So sagt Grünen-Außenexperte Omid Nouripour (40)der "Bild": "Das Geld für die Spots sollte man lieber dafür verwenden, dass die Afghanen wieder an ihren Staat glauben. Das geht nicht mit Durchhalteparolen. Das geht nur mit Sicherheit und wirtschaftlichen Chancen." Und auch Thomas de Maizière würde lieber eine andere Strategie verfolgen, will eine baldige Abschiebung von Afghanen. Der "Bild" sagt er: "Sie haben als Flüchtlinge bei uns in der Regel keine Perspektive und werden dringend in ihrer Heimat gebraucht."

Serbien und Mazedonien lassen keine afghanischen Flüchtlinge mehr durch

Tatsächlich wird den Afghanen zur Zeit an den Grenzen von Serbien und Mazedonien eine Einreise in die Europäische Union verboten. Die afghanischen Flüchtlinge werden an den Grenzen nach Griechenland zurückgeschickt. Kein Durchkommen nach Deutschland - zumindest nicht durch Serbien und Mazedonien. In Griechenland sitzen nun bereits tausende Afghanen und warten aufs Ungewisse. Einige versuchen immer wieder über den griechisch-mazedonischen Grenzzaun zu klettern. Doch wenn sie es schaffen, werden sie auf der anderen Seite festgenommen - und wieder nach Griechenland zurückgeschickt.

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