Neue Enthüllungen von WikiLeaks: NSA soll Merkel-Gespräch mit Ban Ki Moon belauscht haben

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks verbreitet einmal mehr pikante Details zu angeblichen US-Lauschangriffen auf Spitzenpolitiker. Dabei geht es auch um ein privates Treffen der Kanzlerin mit Silvio Berlusconi. "Sehr schroff" soll Merkel mit ihm umgesprungen sein.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Gespräche der beiden sollen von der NSA belauscht worden sein. Bild: Peter Kneffel/dpa

Der mutmaßliche Lauschangriff von US-Spionen auf Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint noch größere Ausmaße zu haben als bislang bekannt.

NSA belauschte Angela Merkels Gespräch mit Ban Ki Moon und Silvio Berlusconi

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichte in der Nacht mehrere als geheim eingestufte Dokumente, denen zufolge der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) unter anderem ein Gespräch Merkels mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon abgehört haben soll. Geschildert werden auch Details zu einem "spannungsgeladenen" Treffen der CDU-Politikerin mit Frankreichs damaligem Präsidenten Nicolas Sarkozy und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi.

Ban und Merkel wollten Obama beim Thema Klimawandel einbeziehen - das wusste der schon

Laut dem Protokoll des Gesprächs mit Ban lobte der UN-Chef im Dezember 2008 Merkels Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel und ihre Überzeugungsarbeit bei den EU-Kollegen: Die Welt erwarte, dass die Europäische Union ihre Führungsrolle beibehalte - denn ohne diese Impulse werde es sehr schwierig, bei den anstehenden Klimakonferenzen Fortschritte zu erzielen. In dem Gespräch habe Ban zudem von einer günstigen Gelegenheit gesprochen, um die Regierung des neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama in den Kampf gegen den Klimawandel einzubinden. Merkel wiederum habe sich optimistisch geäußert, trotz Schwierigkeiten beim Thema Emissionshandel auf einem kommenden EU-Gipfel Fortschritte erzielen zu können.

Julian Assange: UN-Generalsekretär darf nicht folgenlos ausgespäht werden

"Wir haben heute gezeigt, dass die privaten Treffen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Schutz des Planeten vor dem Klimawandel von einem Land ausgespäht wurden, das seine größten Ölfirmen schützen will", erklärte WikiLeaks-Gründer Julian Assange. "Die Reaktion der Vereinten Nationen wird interessant sein, denn wenn der Generalsekretär folgenlos ins Visier genommen werden kann, dann ist jeder in Gefahr - vom Staatenlenker bis zum Straßenkehrer."

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