Zugunglück von Bad Aibling 2016
Trost von Kollegen: Wie geht es dem Fahrdienstleiter?

Er muss mit der Schuld leben, das Zugunglück von Bad Aibling verursacht zu haben. Doch wie geht das? Von Kollegen erhält der Fahrdienstleiter Trost, während die Politik die Sicherheitsfrage bei der Bahn diskutiert.

Kränze, Kerzen und Blumen liegen nahe der Unglücksstelle neben den Gleisen. Bild: Peter Kneffel/dpa

Nach dem Zugunglück von Bad Aibling fordern Politiker aus Bayern bessere Absprachen des Bahnpersonals. Gleichzeitig warnten sie am Donnerstag im Bayerischen Landtag vor voreiligen Konsequenzen nach der Katastrophe. Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge starben am Dienstag vor einer Woche elf Menschen, 85 wurden verletzt.

Zugunglück von Bad Aibling: Fahrdienstleiter in psychologischer Behandlung

Der Fahrdienstleiter, der die Zugkatastrophe durch einen Fehler auslöste, erhält indes Trost von Kollegen. "Mir tut der Mann leid", sagte etwa Andreas N. dem "Focus". Er hatte 1997 das Zugunglück in Elsterwerda verursacht. Gegen den Fahrdienstleiter von Bad Aibling wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Wie die Polizei informierte, befinde er sich an einem geheimen Ort und werde psychologisch betreut.

Andreas N. leidert eigenen Aussagen zufolge bis heute unter dem Unfall von 1997, infolge dessen zwei Feuerwehrleute starben und sieben Menschen teils lebensgefährlich verletzt wurden. "Ich werde mein Leben lang mit der Sache zu kämpfen haben", sagt er heute. Weil er vergessen hatte, die Bremsen eines Güterzuges zu kontrollieren, war dieser im Bahnhof entgleist.

Zugführer Andreas N. bekam vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung zehn Monate auf Bewährung und nach 27 Berufsjahren die Kündigung. Er wurde darüber hinaus zu Schadenersatzzahlungen an die Opfer verurteilt und musste für die Prozesskosten aufkommen. Die Folge: Depressionen und ein Klinikaufenthalt.

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1 Kommentare
  • werner.4321

    20.02.2016 14:56

    Erstmal, möchte ich dem Fahrdienstleiter Trost zusprechen: Das hätte jedem passieren können! KEINER ist fehlerfrei!!! Dann: Die DB und Gleise sind sehr zuverlässig, es könnte allerdings auch noch einiges verbessert werde! Jemand mit Erfahrung auf dem Gebiet, auf meine Frage: Ist die Automatik sicherer als der Mensch? Antwort: "Hätte der Mensch die Finger vom Tisch gelassen, wäre nichts passiert" Es gibt Beispiele bei denen das Eingreifen von Menschen Unfälle erst verursacht haben!!! Z:B: Flugzeugabsturz in Fr.!!! 150 Tote!

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