Haarsträubender Tempelraub
Diebe lassen säckeweise Menschenhaar verschwinden

Da standen den Händlern die Haare zu Berge: Diebe haben aus einem indischen Tempel mehrere Säcke mit Echthaar gestohlen, welches die Inder eigentlich dem Gott Vishnu opfern - und was dann verscherbelt wird. Die Tat war wohl haargenau geplant!

In Indien werden Haare gern dem Gott Vishnu geopfert. (Symbolbild) Bild: fotolia.com/shishirbansal

Diebe haben mehrere Säcke voll mit menschlichem Haar aus einemberühmten Tempel in Indien gestohlen. Die zehn Kilogramm Haare seien von besonders guter Qualität gewesen und hätten einen Wert von rund 750.000 Rupien (etwa 10.000 Euro) gehabt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Viele gläubige Hindus, die zum Simhachalam-Tempel in Südindien pilgern, rasieren sich dort ihren Kopf und opfern ihre Haare einer Inkarnation des Gottes Vishnu. Andere bringen ihr Gewicht in Zucker oder auch Münzen dar.

Lukratives Geschäft: Mit dem geopferten Haar wird viel Geld gemacht

Im Süden Indiens ist das Spenden des Kopfhaares weit verbreitet. Die Gläubigen zeigen damit, dass sie nicht nur Besitz aufgeben, sondern auch ihr Ego opfern können. Die Tempel-Verwalter sortieren das abrasierte Haar nach Länge und Dicke, und versteigern es dann. Indien gehört zu den größten Exporteuren von Kopfhaar. Nach Medienberichten wird es wegen seiner Stärke und Struktur vor allem in Afrika geschätzt. Jedes Jahr werden damit Hunderte Millionen Euro umgesetzt.

Die Haar-Diebe hatten wohl Insider-Wissen

Die Polizei hofft, die Haar-Diebe schnell fassen zu können. "Es sieht so aus, als hätten sie Insider-Informationen gehabt", sagte der örtliche Polizist G. Ram Gopal Naik. Die Täter hätten gewusst, was das Haar wert ist und wie man es weiterverkauft. In den vergangenen Jahren habe es zwei ähnliche Diebstähle gegeben.

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gea/jko/news.de/dpa

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