Zugunglück bei Bad Aibling in Oberbayern
Dritte Blackbox gefunden, weitere Opfer ringen mit dem Tod

In Bad Aibling werden die größten Trümmer abtransportiert. Auch der dritte Fahrtenschreiber tauchte auf. Schlechte Nachrichten kommen aus den Kliniken: Weitere Opfer kämpfen um ihr Leben.

Am 9. Februar 2016 ereignete sich bei Bad Aibling in Oberbayern ein schweres Zugunglück. Bild: Peter Kneffel/dpa

Bei den voranschreitenden Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück in Bad Aibling ist auch die dritte und damit letzte noch vermisste Blackbox gefunden worden. Dieser Fahrtenschreiber zeichnet relevante Informationen während der Fahrt auf und soll dazu beitragen, die Ursache für das Zugunglück mit bislang elf Toten herauszufinden. Die Zahl der Opfer könnte allerdings noch steigen: "Es ist leider so, dass einige in einem kritischen Zustand sind", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Es stehe zu befürchten, dass weitere Menschen in den Kliniken den Kampf um ihr Leben verlören. Am Donnerstagabend war ein 47-Jähriger seinen Verletzungen erlegen.

  • 11. Tote: Verletzter erliegt seinen schweren Verletzungen
  • 3. Blackbox gefunden
  • Aufräumarbeiten kommen voran
  • weitere Opfer in Lebensgefahr
  • Fahrdienstleiter wollte Züge stoppen

13.46 Uhr: +++ Zwei Fahrtenschreiber ausgelesen - kein Hinweis auf Signalmissachtung +++

Experten haben zwei der drei Fahrtenschreiber aus den Zugwracks von Bad Aibling vollständig ausgelesen. "Es konnten keine Hinweise auf Missachtung von Signalen festgestellt werden", berichtete ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mit Blick auf die Datenspeicherkassette desjenigen Zuges, der von Rosenheim nach Holzkirchen unterwegs war. Der eine der beiden Fahrtenschreiber des Gegenzuges sei ebenfalls bereits ausgewertet worden. "Daraus können keine Erkenntnisse auf die Handlungen des Triebfahrzeugführers gewonnen werden."

Die Auswertung der dritten, erst am Freitag geborgenen Blackbox werde derzeit versucht - die Blackbox sei allerdings beschädigt. Dass es in einem Zug zwei Fahrtschreiber gegeben habe, liege daran, dass in dem Fall ein zweiteiliger Zug unterwegs gewesen sei. Als nächstes würden nun die Zugfunkgespräche ausgewertet und mit dem Fahrtverlauf abgeglichen, erläuterte der Sprecher. Zudem würden die im Stellwerk registrierten und dokumentierten Bedienhandlungen mit den Aufzeichnungen der Datenspeicherkassette abgeglichen und dortige Abläufe untersucht.

13.32 Uhr: +++ Fahrdienstleiter wollte Züge wohl mit Notruf stoppen +++

Der diensthabende Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling hat nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" versucht, die aufeinander zurasenden Züge per Notruf noch zu stoppen. Er habe kurz hintereinander über Sprechfunk zwei Notrufe abgesetzt und dafür ein spezielles Mobilfunknetz der Bahn mit einer Notruffunktion genutzt. Eine Polizeisprecherin sagte auf Anfrage, dazu lägen ihr keine Informationen vor. Dem "Spiegel" zufolge erreichte der erste Notruf die Lokführer wohl kurz vor dem Zusammenstoß der Regionalzüge am Dienstag zwischen Holzkirchen und Rosenheim. Der zweite Notrufversuch sei offensichtlich nach der Kollision erfolgt. Einem Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes zufolge wird der Zugfunkverkehr zwischen dem Stellwerk und den Triebwagenführern ausgewertet und ist Bestandteil der Ermittlungen. Die Deutsche Bahn wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu dem "Spiegel"-Bericht äußern.

13.20 Uhr: +++ Weitere Opfer nach Unglück von Bad Aibling in Lebensgefahr +++

Nachdem am Donnerstagabend, 11.02.16, ein 47-Jähriger seinen schweren Verletzungen erlegen ist, steigt die Sorge um die vielen Schwerst- und Schwerverletzten. Es stehe zu befürchten, dass nach dem elften Todesopfer vom Vortag noch weitere Menschen den Kampf um ihr Leben verlören. "Es ist leider so, dass einige in einem kritischen Zustand sind", sagte eine Polizeisprecherin.

12.05 Uhr: +++ Aufräumarbeiten in Bad Aibling kommen voran +++

Die Aufräumarbeiten in Bad Aibling sind einen großen Schritt vorangekommen. "Die zwei Triebwagen sind jetzt voneinander getrennt, die rollfähigen Zugteile werden langsam abtransportiert", sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. "Heute wird es bis in den Abend hinein gehen, Kleinteile werden voraussichtlich morgen noch geborgen." Nach der Instandsetzung von Gleisen und Oberleitungen werde es dann noch eine Testfahrt geben, bevor die Strecke in einigen Tagen wieder freigegeben werden könne.

Noch keine neuen Erkenntnisse zur Unfall-Ursache

Zur Suche nach der Ursache sagte die Sprecherin: "Wir brauchen noch mehr Puzzleteile, um das gesamte Bild sehen zu können." Es sei noch nicht ausgemacht, ob es sich um menschliches oder technisches Versagen handele. "Da können auch mehrere Sachen zusammenspielen." Eine andere zuverlässige Quelle hatte der Deutschen Presse-Agentur "menschliches Versagen" als Ursache genannt.

11.25 Uhr: +++ Dritte Blackbox nach Zugunglück in Bad Aibling gefunden +++

Bei den Aufräumarbeiten in Bad Aibling haben Experten die dritte Blackbox in den Trümmern gefunden. Der Fahrtenschreiber zeichnet während der Fahrt relevante Informationen auf und soll jetzt dazu beitragen, die Ursache für das Zugunglück mit elf Toten herauszufinden. Die anderen beiden sichergestellten Schreiber werden noch ausgewertet. Am Dienstag waren zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Züge ungebremst aufeinander gerast.

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gea/sba/news.de/dpa

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