03.02.2016, 14.21 Uhr

Aufschrei in den sozialen Netzwerken: Bordell-Freikarten für Flüchtlinge! Scherz oder ernsthafte Maßnahme?

Sie sorgten für einen erneuten Aufschrei unter den Hetzern: Freikarten für einen Bordellbesuch, die in mehren Städten angeblich an Flüchtlinge verteilt wurden. Skandalös! Doch was ist dran an den Zettelchen?

Freikarte fürs Bordell: Flüchtling müsste man sein! Bild: dpa

Nirgends verbreitet sich eine Nachricht so schnell wie in den sozialen Netzwerken. Das ist meist von Vorteil, führt jedoch auch dazu, dass dumme oder falsche Meldungen schnell die Runde machen. So geschehen unlängst mit den Freischeinen fürs Bordell.

Freikarte für einen Bordellbesuch

Diese wurden angeblich in Bayern, Graz und weiteren Städten an Flüchtlinge verteilt. Die Empörung war groß! Denn der besorgte Bürger hinterfragt im Netz natürlich nichts - was bei Facebook erscheint, muss schließlich der Wahrheit entsprechen! Das wird geschwind geteilt und mit einem tiefgründigen Statement a la "Die Asis kriegen alles, sogar gutscheine für den Puff! Ich könnt echt kotzen" versehen. Und schon verbreitet es sich wie ein Lauffeuer. Flüchtling müsste man sein!

Diese und ähnliche Freikarten für den vermeintlichen Bordellbesuch wurden im Netz geteilt. Bild: news.de-Screenshot (mimikama.at)

Doch wie "Vice" berichtet, sind die vermeintlichen Puff-Freischeine leicht als Fake zu enttarnen. Denn ein "Sozialamt des Freistaats Bayern" gibt es gar nicht. Sozialämter gibt es nur in den einzelnen Städten. Die Webseite "mimikama.at" fand heraus, dass es sich tatsächlich nicht um einen Photoshop-Fake handelt, sondern um einen simplen (und recht alten!) Scherzartikel, gern genutzt in der Karnevalssaison! Bereits seit 1989 kann man seinen Mitmenschen damit eine Freude machen.

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lvo/mie/news.de

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