Falschmeldung von Klinik erschüttert Familie
Totgesagte tanzt auf dem Krankenhausflur

Mitten in der Nacht erfährt eine Frau von einer Ärztin, dass ihre 78-jährige krebskranke Mutter gestorben sei. Doch als sie ins Krankenhaus fährt, steht die Totgesagte lebendig vor ihr.

Die Angehörigen staunen nicht schlecht, als sie ihre Frau, Mutter und Großmutter, die sie tot glauben, auf dem Krankenhausflur tanzen sehen. Bild: Jürgen Fälchle/Fotolia

Die Tochter ist geschockt, die Enkelin erschüttert, für den Ehemann ist es, als werde ihm der Boden unter den Füßen weggerissen: Die 78 Jahre alte Mutter, Oma und Ehefrau soll tot sein. Mitten in der Nacht überbringt eine Stationsärztin des Krefelder Helios Klinikums den Angehörigen die schreckliche Nachricht.

Totgesagte 78-Jährige tanzt auf dem Krankenhausflur - Schock für die Familie

Die 48-Jährige trauert mit ihrer Tochter, dann informiert sie ihren Vater. Gemeinsam fahren sie in die Klinik. "Und da ist meine Großmutter, die Minuten später auf dem Flur tanzt, weil sie froh ist, dass sie noch lebt", sagt die 22-jährige Enkelin später der "Westdeutschen Zeitung", die am Dienstag über denFall berichtet.

Die totgesagte Großmutter lebt - ein großes Glück für die Familie. Die falsche Todesnachricht aber ist erschütternd und verärgernd. "Wir sind tief betroffen über diese tragische Verwechslung und bedauern zutiefst, dass wir der Familie diese Situation so zugemutet haben", teilt eine Unternehmenssprecherin am Dienstag mit. "Die beteiligten Kolleginnen sind tief bestürzt."

Nachtschwester gibt Verwechslung zu

Es müssen sich unwirkliche Szenen abgespielt haben in jener Nacht: Zwei Stunden lang weinenTochter und Enkelin um die 78-Jährige, wie die "WZ" berichtet. Der Ehemann der Frau will sofort ins Krankenhaus, wo die Nachtschwester der Familie entgegen kommt - selbst den Tränen nahe. Sie habe den Angehörigen gesagt, dass es eine Verwechslung gegeben habe. Nicht die 78-Jährige, sondern eine andere Patientin sei gestorben.

Sorgten ähnlich klingende Nachnamen für die Verwechslung?

Doch wie konnte es zu der Fehlinformation kommen? Nach Darstellung der Klinik starb eine Patientin im Nachbarzimmer der 78-Jährigen, die einen ähnlich klingenden Nachnamen hatte. Und als die zuständige Ärztin die Angehörigen verständigen sollte, sei ihr versehentlich ein Blatt aus der Akte der 78-Jährigen bereitgelegt worden. Dieser Darstellung widerspricht die Familie. "In dem Moment war ich hellwach und ich bin mir sicher, dass die Ärztin Vor- und Nachnamen meiner Mutter genannt hat", zitiert die "WZ" die Tochter.

Falsche Todesmeldung sei ein Einzelfall

Ein vergleichbarer Fall ist der Klinik nicht bekannt. Auch die Krankenhausgesellschaft NRW weiß nichts von ähnlichen Vorfällen. Allerdings: "Wir erheben auch keine Patientenverwechslungen. Die Krankenhäuser melden uns sowas auch nicht", sagt Sprecherin Sandra Fösken. Was in Krefeld passiert sei, sei "tragisch und sehr bedauernswert" - aber sicher ein Einzelfall.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

saw/hos/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

0 Kommentare

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser