Deborah de Robertis
Nacktkünstlerin öffnet ihr Schmuckkästchen

Weil Sie sich vor den Besuchern des Pariser Museé d'Orsay entblößte, wurde die Luxemburgerin Deborah de Robertis in Polizeigewahrsam genommen. Die Frau bezeichnet sich selbst als Performance-Künstlerin. Es war nicht das erste Mal, dass sie ihre Vagina in dem Museum präsentierte.

Bereits 2014 hatte de Robertis im Museé d'Orsay blank gezogen. Dabei entstand diese Aufnahme. Bild: Youtube/Claude Pfeiffer

Denn bereits im Mai 2014 hatte sich de Robertis vor dem Gemälde "Der Ursprung der Welt" von Gustave Courbet entblößt. Das Bild zeigt den nackten Unterleib einer Frau. Die Leiter des Museé d'Orsay erstatteten, wie auch im jetzigen Fall, Anzeige gegen die Künstlerin.

Dieses Mal war es jedoch nicht "Der Ursprung der Welt" sondern Édouard Manets "Olympia", vor dem de Robertis blank zog. Wie "n-tv" berichtet, überraschte sie die Museumsbesucher am Samstagnachmittag, als sie sich vor dem Bild in der Pose der von Manet dargestellten Frau präsentierte.

Frau präsentiert ihre Vagina in Pariser Museum: "Das war eine künstlerische Performance"

"Es standen viele Leute vor dem Bild", sagte eine Sprecherin des Museums. "Die Wärter haben gut reagiert, den Saal geschlossen und sie aufgefordert, sich wieder anzuziehen. Als sie sich weigerte, wurde die Polizei gerufen, die sie mitgenommen hat." De Robertis kam in Polizeigewahrsam. Das Museum erstattete Anzeige wegen Exhibitionismus. Noch am Montag sollte eine Entscheidung getroffen werden, ob gegen die 31-Jährige Ermittlungen eingeleitet werden müssen.

De Robertis' Anwalt Tewfik Bouzenoune sagte über den Fall: "Sie hatte eine Kamera dabei, um die Reaktion des Publikums zu filmen. Das war eine künstlerische Performance." Das Verhalten der Behörden bezeichnete er als unangemessen. Es zeige eine "beunruhigende Prüderie der Justiz" und sei ein "sehr schlechtes Signal", das sich an an alle Performance-Künstler wende, "die sich allzu frei in der Öffentlichkeit ausdrücken wollen."

"Prüderie der Justiz": Auch Manets "Olympia" hatte für Skandal gesorgt

Wie "n-tv" weiter berichtet, hatte Manets "Olympia" seinerzeit selbst wegen seiner nüchternen Darstellung einer nackten Frau für einen Skandal in der Kunstwelt gesorgt. Das Werk aus dem Jahr 1863 zeigt eine weiße Nackte in lasziver Haltung, im Hintergrund steht eine junge schwarze Frau, die ihr einen Blumenstrauß hinhält. Die Kunstwelt glaubte, in der jungen Frau eine echte Prostituierte zu erkennen - ein klarer Bruch zu den bis dato gängigen Sehgewohnheiten. Heute gilt "Olympia" als eines der Hauptwerke des französischen Wegbereiters der modernen Kunst.

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mie/Ife/news.de

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9 Kommentare
  • Ralf

    14.03.2016 18:33

    Es ist doch nichts dagegen, wenn das Maedchen eine schöne Muschi mit herrlichen Schamlippen hat. Eine Frau ist doch ein schönes Kunstwerk wenn sie sich dazu noch im Museum oder Galerie zeigt.

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  • nudeLila

    28.01.2016 14:35

    Das Wichtigste zu § 183a "Erregung öffentl. Ärgernisses" v.Perron/Eisele: Es ist eine objektive Sexualbezogenheit im äußeren Erscheinungsbild erforderlich. Bloßer Nudismus usw genügt nicht. Der bloße Anschein einer sexuellen Handlung ist nicht ausreichend. Bei Zärtlichkeiten zwischen Verliebten kann die für sexuelle Handlungen erforderliche Erheblichkeit erst angenommen werden, wenn es zum Geschlechtsverkehr oder ähnl.Handlungen kommt. Ein anderer muß den sexuellen Vorgang wahrnehmen, andernfalls könne er kein Ärgernis daran nehmen. Nicht ausreichend ist das "Ärgernis" eines Überempfindlichen.

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  • nudeLila

    28.01.2016 13:58

    Ich glaube, in Frankreich wird "Erregung öffentlichen Ärgernisses" schärfer ausgelegt als in Deutschland. In Deutschland jedenfalls dürfte der Frau keine Strafe drohen. Beispiel: Eine Frau, die an einer vollbesetzten Bushaltestelle ihren Rock hebt und ihre Vagina/Vulva präsentiert, macht dich nicht strafbar nach § 183 StGB "Exhibitionistische Handlungen". Sie macht sich aber auch nicht strafbar nach § 183a "Erregung öffentlichen Ärgernisses", weil die Präsentation des entblößten Genitals noch keine sexuelle Handlung nach § 183a StGB darstellt! Muß Deborah eben in Deutschland nacktarbeiten :)

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