Fahrlässige Tötung
Mutter vernachlässigt ihre Kinder - 2-jähriger stirbt

Eine Mutter von neun Kindern steht wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Sie soll ihre Kinder nicht ausreichend versorgt haben. Ein Zweijähriger starb, eine sieben Monate alte Schwester landete im Krankenhaus.

Abschiedsbrief und Kerzen: Jährlich sterben über hundert Kindern an den Folgen von Vernachlässigung und Gewalt. Bild: dpa

Der tragische Tod eines zweijährigen Jungen aus dem sauerländischen Winterberg wird von diesem Mittwoch an vor Gericht aufgearbeitet. Die 38 Jahre alte Mutter muss sich wegen fahrlässiger Tötung ihres Sohnes und fahrlässiger Körperverletzung einer sieben Monate alten Tochter verantworten.

Wegen lebensbedrohlicher Unterversorgung ins Krankenhaus

Der Junge war im Februar 2013 in einer Kinderklinik gestorben. Die Ärzte stellten eine Unterversorgung des Zweijährigen und seiner Schwester fest, als die Kinder wegen einer Grippe ins Krankenhaus kamen. Das Mädchen überlebte, dem Zweijährigen konnten die Ärzte nicht mehr helfen.

Die Kinder hätten beide zusätzlich zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung deutliches Untergewicht gehabt, heißt es in der Anklageschrift. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Frau mit der Erziehung und Versorgung ihrer insgesamt neun Kinder überfordert gewesen sei - ein Vorsatz wird ihr nicht unterstellt. Nun befasst sich das Amtsgericht in Medebach mit dem Fall.

Selbst Betreuung durch das Jugendamt konnte den Zweijährigen nicht retten

Die Familie sei intensiv von Mitarbeitern des Jugendamtes betreut worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Hochsauerlandkreises. Hinweise auf eine akute Gefährdung der Kinder habe es aber nicht gegeben. Neben dem Allgemeinen Sozialdienst und einer speziellen Kinderschutz-Fachkraft sei auch eine Familienhebamme im Einsatz gewesen. Rund drei Wochen vor dem Tod des Jungen habe man die Familie das letzte Mal besucht. Hinweise auf die Unterversorgung habe es dabei nicht gegeben.

Ältesten Söhne leben wieder bei der Mutter

Nach dem Tod des Zweijährigen wurden die acht Geschwister vom Jugendamt in Obhut genommen. Die vier Brüder und vier Schwestern sind heute zwischen 2 und 17 Jahren alt. Fünf von ihnen sind in Einrichtungen untergebracht, das jüngste Mädchen in einer Pflegefamilie. Die beiden ältesten Söhne seien auf eigenen Wunsch wieder zu ihrer Mutter zurückgezogen, sagte der Sprecher der Kreisverwaltung. Das Jugendamt unterstütze die Frau bei der Erziehung der 13 und 17 Jahre alten Söhne.

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kad/bua/news.de/dpa

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