Mexikanischer Drogenboss "El Chapo" 
Gangsterboss nach spektakulärem Gefängnisausbruch endlich geschnappt

Ein halbes Jahr narrte der Chef des mexikanischen Sinaloa-Kartells Militär und Polizei. Jetzt ist der mächtigste Drogenboss der Welt erneut gefasst worden. Ihm droht nun die Auslieferung in die USA.

Joaquín "El Chapo" Guzmán. Bild: Mario Guzman/dpa

Nach sechs Monaten auf der Flucht ist der mächtige mexikanische Drogenboss "El Chapo" erneut festgenommen worden. "Heute Morgen ist Joaquín Guzmán Loera gefasst worden", sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag bei einer Ansprache im Nationalpalast. "Die erneute Festnahme ist ein Erfolg für den Rechtsstaat. Heute haben unsere Institutionen einmal mehr bewiesen, dass wir ihnen vertrauen können."

Guzmán gilt als der mächtigste Drogenboss der Welt. Der Chef des Sinaloa-Kartells wurde bei einem Einsatz in Los Mochis im Bundesstaat Sinaloa im Westen des Landes gefasst. Dem Zugriff seien monatelange Ermittlungen und eine intensive Fahndung vorausgegangen, sagte Peña Nieto. Daran seinen Militär, Bundespolizei und der Geheimdienst beteiligt gewesen.

Drogenboss El Chapo konnte geschnappt werden

Soldaten der Marineinfanterie hatten sich am Morgen in Los Mochis eine Schießerei mit mutmaßlichen Bandenmitgliedern geliefert. Dabei seien fünf Angreifer getötet und sechs weitere festgenommen worden, teilte das Marineministerium mit. Mexikanischen Medien zufolge wurde "El Chapo" in einem Motel gestellt. Auf Fotos war zu sehen, wie er in einem schmutzigen Unterhemd auf einem Bett saß. Andere Bilder zeigten ihn auf der Rückbank eines Autos. Im Fernsehen war zu sehen, wie schwer bewaffnete Soldaten "El Chapo" von einem Geländewagen zu einem Flugzeug brachten, um ihn nach Mexiko-Stadt zu fliegen.

"Er wird sich nun für seine mutmaßlichen Verbrechen verantworten müssen"

Die USA begrüßten die Festnahme. "Die heutige Verhaftung von Joaquín "El Chapo" Guzmán Loera durch die mexikanischen Behörden ist ein Schlag gegen das internationale Drogenhändlersyndikat, das er geführt haben soll, ein Sieg für die Bürger Mexikos und der Vereinigten Staaten und eine Bekräftigung der Rechtstaatlichkeit unserer Länder", sagte US-Justizministerin Loretta Lynch. "Er wird sich nun für seine mutmaßlichen Verbrechen verantworten müssen, die auf mehreren Kontinenten für Gewalt, Leid und Korruption gesorgt haben."

Der Chef des Sinaloa-Kartells war vor einem halben Jahr aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Zentrum von Mexiko ausgebrochen. Vermutlich mit Hilfe von Justizvollzugsbeamten war er durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel entkommen. Zahlreiche mutmaßliche Komplizen wurden bereits festgenommen.

Militär war El Chapo dicht auf den Fersen

Mitte Oktober war das Militär dem Drogenbaron schon einmal dicht auf den Fersen. Im sogenannten Goldenen Dreieck zwischen den Bundesstaaten Sinaloa, Durango und Chihuahua feuerten Marineinfanteristen von Hubschraubern aus auf sein Versteck in einer Ranch, doch die Leibwächter des Kartellbosses konnten den Angriff zunächst zurückschlagen. Zwar verletzte sich Guzmán bei der Flucht, doch die Sicherheitskräfte verloren offenbar seine Spur.

"El Chapo" könnte jetzt zügig an die USA ausgeliefert werden, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen. Ein mexikanischer Bundesrichter hat die Überstellung des Kartellchefs an die Vereinigten Staaten bereits genehmigt.

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lvo/news.de/dpa

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