10 Tage bei Terroristen: So nah wie noch nie! Jürgen Todenhöfer besucht den Islamischen Staat

Er ist der erste westliche Autor, der ihnen hautnah auf den Zahn gefühlt hat: Jürgen Todenhöfer verbrachte zehn Tage beim IS und erklärt, warum die westlichen Medien die Terrormiliz indirekt unterstützen.

Jürgen Todenhöfer bei Vorstellung seines Buches "Inside IS". Bild: dpa

Der deutsche Autor Jürgen Todenhöfer verbrachte zehn Tage bei der Terrorgruppe Islamischer Staat und ist damit der erste westliche Autor, der dem IS so nahekommt. Hautnah berichtet er aus dem Inneren des IS und widerlegt Falschmeldungen, die in den Medien über die Terroristen kursieren.

Jürgen Todenhöfer verbringt zehn Tage bei Terroristen

In einem aktuellen Interview spricht Journalist und Buchautor Jürgen Todenhöfer nun auch mit "Focus Online" über seine zehntägige Reise zum IS. Er hatte zunächst nur der jüdischen Wochenzeitung "Jewish News" Rede und Antwort gestanden. Dort erklärte Todenhöfer, der IS habe nur wenig Respekt vor der britischen und der US-Armee. "Das einzige Land, das der IS fürchtet, ist Israel", erklärte er. Das allerdings sei missverständlich, wie der Autor nun gegenüber "Focus Online" ausdrücklich richtig stellt.

Angst und Bange: Das "Wunschdenken" des Islamischen Staats

Denn die Terrormiliz hat zu keinem Zeitpunkt zugegeben, Israel zu fürchten. Das sei lediglich eine ganz persönliche Einschätzung Todenhöfers selbst gewesen. Eine britische Journalistin habe ihn diesbezüglich falsch verstanden und die Meldung in Umlauf gebracht. Sie sei bereits abgemahnt worden.

Und dennoch: Der IS hat allen Grund dazu, Israel nicht anzugreifen. "Die IS-Führung ist viel zu raffiniert, um sich ausgerechnet mit der stärksten Militärmacht der Region frontal anzulegen." Und er betont klipp und klar: "Das sage ich und nicht der IS." Die Drohungen der Terrormiliz gegen Israel hält er für reines Wunschdenken und Propaganda.

Todenhöfer übt harrsche Kritik an den westlichen Medien

Unterschätzen sollte man den IS aber keinesfalls, von dem für die westliche Welt eine große Gefahr ausgeht. Mit dem Versprechen, ein Held zu werden, fasziniert der IS junge Menschen von seiner Ideologie. Das werde hierzulande noch immer bagatellisiert. Jugendliche, die sich ausgegrenzt fühlen und von ihrer Zukunft nichts erwarten, seien besonders empfänglich für die kranke Ideologie. Dass der Westen das nicht richtig einschätzt, ist für Jürgen Todenhöfer besonders bedenklich.

Die andere Gefahr, die droht und die Terrormiliz nur stärker macht, seien Falschmeldungen der westlichen Medien über den IS. Sie vermischen sich mit der grausamen Wahrheit über den IS und seine schrecklichen Taten – helfen aber nicht dabei, gegen ihn vorzugehen. Im Gegenteil fühlten sich die Terroristen in ihrem Urteil bestätigt, dass der Westen lügt und stärkten damit den IS.

Lesen Sie auch: Mindestens 50 Tote bei Anschlag auf Polizeicamp in Libyen.

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kad/sam/news.de

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