Silvester-Übergriffe in Köln im News-Ticker
Nach Sex-Attacken: Heute rechtsextreme Demos in Köln geplant

Die Polizei fahndet nach den Tätern der Sex-Übergriffe in Köln. Nun wurden laut Medienbericht zwei Festnahmen vorgenommen. De Maizière und Gabriel prüfen indes die Ausweisung der Täter, unter denen sich auch Asylbewerber befinden sollen.

Nach den Übergriffen auf zahlreiche Frauen auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln, ist die Solidarität für die Opfer groß. Die Ermittlungen gegen die Täter laufen auf Hochtouren. Bild: Maja Hitij/dpa

Die Berichterstattung über die sexuellen Silvester-Attacken in Köln nehmen nicht ab. Weiter fahndet die Polizei fieberhaft nach den mutmaßlichen Tätern, die in der Silvesternacht zahlreiche Frauen belästigten und ausgeraubt haben sollen. Die Strafanzeigen sind auf 170 gestiegen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Fall lesen Sie hier in unserem News-Ticker.

+++09.01.16 - 10:52 Uhr: Kölner Polizei bereitet sich auf Demos vor+++

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht bereitet sich die Kölner Polizei am Samstag auf zwei Demonstrationen in der Innenstadt vor. "Bis jetzt ist alles ruhig", sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. Hinter dem Hauptbahnhof stellte die Polizei Mannschaftswagen und Wasserwerfer bereit. Die islamfeindliche Pegida-Bewegung NRW und die rechtsextreme Partei Pro Köln wollen am frühen Nachmittag mit rund 1000 erwarteten Teilnehmern durch die Innenstadt ziehen. Ein breites Bündnis von Gruppen hat zu einer Gegendemonstration aufgerufen.

+++09.01.16 -04:17 Uhr - Hamburgs Bürgermeister Scholz: Wer als Gast Straftaten begeht, soll nicht bleiben +++

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat sich für eine schnellere Abschiebung krimineller Flüchtlinge ausgesprochen. "Mein Gerechtigkeitsgefühl sagt mir: Wer in unserem Land zu Gast ist und Straftaten begeht, soll nicht hier bleiben", sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur.

"Wer das Grundrecht auf Asyl schützen will, muss es auch gegen diejenigen verteidigen, die es beanspruchen und dann die Grundregeln unseres Zusammenlebens missachten." Deshalb sei es richtig, nochmal zu prüfen, ob Abschiebungen weiter erleichtert werden können. Der SPD-Vize warnte zugleich vor Schnellschüssen.

+++ 09.01.16 - 02:44 Uhr: "BamS": Geplante Verschärfung des Sexualstrafrechts ist auf dem Weg +++

Die seit längerem geplante Verschärfung des Sexualstrafrechts ist nach einem Zeitungsbericht auf dem gesetzgeberischen Weg. Der Gesetzentwurf befinde sich seit kurzem in der Länderabstimmung und könne noch in diesem Jahr vom Bundestag verabschiedet werden, berichtet die "Bild am Sonntag".

Künftig sollen auch Fälle als Vergewaltigung gelten, in denen der Täter Sex zwar nicht mit Gewalt erzwingt, aber durch andere Drohungen oder in denen das Opfer Gewalt befürchten muss. Die Rechtsexpertin der Grünen, Renate Künast, hält den Entwurf für unzureichend.

+++ 08.01.16 - 16:27 Uhr: Polizeipräsident Wolfgang Albers in Ruhestand geschickt +++

"Bild"-Berichten zufolge wird der umstrittene Kölnber Polizeipräsident Wolfgang Albers jetzt geschasst. Er soll in den sofortigen Ruhestand versetzt werden.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat bestätigt, dass Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Er habe ihm diese Entscheidung am Freitag in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, teilte Jäger in Düsseldorf mit: "Meine Entscheidung ist jetzt notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei zurückzugewinnen - auch mit Blick auf die anstehenden Großveranstaltungen." Albers habe für diese Entscheidung "großes Verständnis aufgebracht".

Die Polizei habe nun die Aufgabe, die Vorfälle in der Silvesternacht vollständig aufzuarbeiten "und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen", betonte Jäger in der Mitteilung. "Die Menschen wollen zu Recht wissen, was in dieser Silvesternacht passiert ist, wer die Täter sind und wie solche Vorfälle zukünftig verhindert werden können."

+++ 08.01.16 - 16:11 Uhr: Reker distanziert sich von Albers +++

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich nach den Übergriffen in der Silvesternacht deutlich vom umstrittenen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers distanziert. Das berichtet die "Bild". Die ihr geschilderten Fakten gäben nicht das vollständige Bild der Einsatznacht wieder, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der parteilosen Oberbürgermeisterin. "Insofern ist mit meinem heutigen Kenntnisstand das Vertrauensverhältnis zur Kölner Polizeiführung erheblich erschüttert."

+++ 08.01.16 - 14:02 Uhr: Mehrere Männer mit Migrationshintergrund festgenommen +++

Die Kölner Polizei hat am Donnerstagabend mehrere Männer mit Migrationshintergrund festgenommen. Bei zwei Verdächtigen fanden die Beamten laut "Bild" einen Zettel mit Übersetzungen vor. Darauf stand unter anderem "Ich töte sie" oder "Ich will fucken", "Ich scherze mit Ihnen" und "große Brüste".

Die mutmaßlichen Nordafrikaner hatten Berichten des WDR und von "Kölner Stadtanzeiger" zufolge außerdem Videos aus der Silvesternacht auf ihren Handys. Sie sollen Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen zeigen.

+++ 08.01.16 - 13:45 Uhr: Vorfälle in Köln entfachen Flüchtlingshetze im Internet neu +++

Im Interview mit der "Welt" äußerte sich Vize-Bundestagsvorsitzende Claudia Roth (Grüne) zu den Vorfällen in Köln. Sie bezeichnete die Attacken als "furchtbar und mit nichts zu entschuldigen". Dennoch betonte Roth, dass es auch beim Karneval oder Oktoberfest stets zu sexuellen Übergriffen komme. Derzeit konzentriere sich die Bevölkerung mehr auf die Nationalität der mutmaßlichen Täter, als auf die abscheuliche Gewalt gegen Frauen. Roth sieht ein gefährliches Problem darin, dass dieses Thema nun die Anti-Flüchtlingshetze erneut anheizt, nach dem Motto "Die sind ja alle so".

+++ 08.01.16 - 13:19 Uhr: Gestohlene Handys im Flüchtlingsheim geortet +++

Laut "Express" bestätigte die Kölner Polizei inzwischen, dass mittlerweile 170 Anzeigen eingegangen seien. Zudem konnten Ermittler laut "Spiegel Online" einige in der Silvesternacht am Hauptbahnhof gestohlene Handys orten. In manchen Fälle wurden sie offenbar in Flüchtlingsheimen oder dem näheren Umfeld geortet. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte am Freitag in Berlin unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht der Bundespolizei, dass nach bisherigem Stand 32 Straftaten festgestellt wurden - mit 31 namentlich bekannten Tatverdächtigen.

Unter den Tatverdächtigen seien laut "Express" auch Asylbewerber. Bei diesen Delikten handele es sich aber überwiegend um Körperverletzungen und Diebstähle. Sexualdelikte seien bisher nicht mit den Asylbewerbern in Verbindung gebracht worden.

+++ 08.01.16 - 12:50 Uhr: Verweigerung von Einsatzkräften offiziell bestätigt - Polizei "überrannt worden" +++

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, hat versichert, dass der Kölner Polizei tatsächlich vom Land NRW Einsatzkräfte für den Einsatz in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof verweigert wurden. Es habe die Anforderung aus Köln auf 100 zusätzliche Kräfte gegeben, "30 sind dann zusätzlich gestellt worden", so der GdP-Chef. Malchow entgegnete den Vorwurfen: "Diejenigen, die da waren, haben alles unternommen. Aber gegen 1500 hoch alkoholisierte und sehr aggressive Menschen können dann so wenige Polizisten auch nichts ausrichten. Die Kollegen haben Ohnmacht erlebt, weil sie überrannt worden sind und gehindert wurden, tätig zu werden."

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132 Kommentare
  • Moli

    21.01.2016 16:10

    kanitvastan; ich sehe das genauso .

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  • kanitvastan

    20.01.2016 22:02

    @werner4321, sie haben doch nur so eine große klappe, weil es sie persönlich nicht betrifft, bzw. persönliche erfahrungen gemacht. hätten sie zbsp. eine tochter, die das in köln miterlebt hätte, würden sie andere töne spucken. aber halt, sie gehören ja zu denen, die eine zweite chance vergeben. hoffentlich fallen sie bald so richtig auf die schnauze mit ihrem gekuschel, doch leider werden wir das niemals erfahren.

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  • Moli

    20.01.2016 19:17

    werner4321 - noch mal ,sie leiden unter Realitätsverlust , das ist eine Psychose.

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