Nach Kim Jong Uns Wasserstoffbomben-Test: Konsequenz oder Provokation? USA wollen Waffen an Südkorea liefern

Südkorea und die USA wollen den Druck auf Nordkorea nach seinem Atomtest verstärken. Wie die Maßnahmen genau aussehen, ist noch unklar. Jedoch meldet Südkorea, dass die USA Waffen in den Nachbarstaat Nordkoreas liefern will. Eine Provokation?

Kim Jong Un schockte die Weltöffentlichkeit mit einem Wasserstoffbombentest. Bild: Rodong Sinmun/Handout/dpa

Die USA und ihr Verbündeter Südkorea haben dem nordkoreanischen Regime nach dessen neuem Atomtest ernste Konsequenzen angedroht. Beide Länder wollten die "angemessenen Reaktionen" auf die Provokationen Nordkoreas koordinieren, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul nach einem Telefongespräch von US-Verteidigungsminister Ashton Carter mit dessen südkoreanischem Amtskollegen Han Min Koo mit. Wie die Reaktionen genau aussehen sollen, war zunächst unklar.

Experten äußerten Zweifel an Nordkoreas Wasserstoffbombe

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch, 06.01.2015, erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet. Atomexperten in Südkorea und anderen Staaten bestätigten nach Erdbebenmessungen einen Kernwaffentest in dem international isolierten Land. Sie bezweifelten aber angesichts der begrenzten Sprengkraft, dass tatsächlich eine Wasserstoffbombe (H-Bombe) detoniert ist. Deren Sprengkraft liegt normalerweise um ein Vielfaches höher als bei einer Atombombe.

Südkorea und USA: Nordkorea verstößt gegen Völkerrecht

Carter und Han betonten, die internationale Gemeinschaft wolle Nordkorea nicht als "Atommacht" anerkennen. Zugleich bekräftigte Carter die "eiserne Entschlossenheit" der USA, Südkorea zu verteidigen. Diese Verpflichtung umfasse alle Aspekte der erweiterten Abschreckung, hieß es. US-Präsident Barack Obama und seine südkoreanische Kollegin Park Geun-Hye verurteilten Nordkoreas Vorgehen in einem Telefonat in der Nacht zum Donnerstag als erneuten Verstoß gegen das Völkerrecht, wie das Weiße Haus mitteilte.

Die USA haben Südkorea unter ihren "nuklearen Schutzschild" gestellt. Zudem sind 28.500 US-Soldaten in Südkorea als Abschreckung stationiert.

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1 Kommentare
  • Alwin Albrecht

    07.01.2016 11:01

    Schön, passt ins Bild und typisch für die USA. Immer schön Öl ins Feuer gießen und die anderen dann die "Kastanien aus dem Feuer holen lassen". Man hat ja schließlich aus dem Vietnamkrieg gelernt.

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