Streit um Lehre des heiligen Thomas von Aquin: Katholische Theologen vergleichen Homosexualität mit Kannibalismus

Innerhalb des katholischen Dominikanerordens kommt es momentan zu einem Zerwürfnis. Grund dafür ist die Neuinterpretation der Lehre des heiligen Thomas von Aquin, der einem Gelehrten zufolge Homosexualität akzeptierte und unterstützte. Bedeutet das eine Reform für die katholische Kirche?

Tolerierte Thomas von Aquin Homosexualität oder nicht? Diese Diskussion führen derzeit katholische Theologen. Bild: mariangarai/Fotolia

Im Dominikanerorden, einem der größten und einflussreichsten Orden der katholischen Kirche, ist zum Thema Homosexualität eine scharfe Kontroverse ausgebrochen.

Professor Oliva vom Dominikanerorden interpretiert Thomas von Aquins Lehre neu

Entfacht wurde der Streit durch die Veröffentlichung des Buches "Die große Freundschaft" von Professor Oliva im vergangenen Sommer, schreibt die "Huffington Post". Der Professor ist einer der bedeutendsten Gelehrten des Dominikanerordens. Seit Langem leitet er die Leonina-Kommission, die historisch-kritische Schriften des Thomas von Aquin verlegt. Aquin gilt als wichtigster Lehrer und Heiliger der Glaubensgemeinschaft. Darüber hinaus gilt er als Begründer der katholischen Philosophie und Theologie.

Oliva: Aquin habe auch homosexuelle Liebe akzeptiert und unterstützt

Professor Oliva interpretierte die Schriften des heiligen Thomas von Aquin neu. Wurde er bislang immer als Kronzeuge für die Verurteilung von Homosexualität herangezogen, behauptet Oliva nun, dass Aquin erkannt habe, dass Sex zwischen Gleichgeschlechtlichen, vorausgesetzt es handelt sich wirklich um homosexuelle Erwachsene, ein "Akt einmaliger, freier und vertrauensvoller Liebe" sei. Oliva fordert deshalb die Akzeptanz und Unterstützung homosexueller Liebe von der katholischen Kirche.

VIDEO: Russische Schwule werden öffentlich zusammengeschlagen
Video: YouTube/ HumanRightsWatch

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