Forensisches Phantombild: Vollbart und kurze Haare - Sah Jesus so wirklich aus?

Haben wir in der westlichen Welt eine falsche Vorstellung von Jesus? Zumindest was das Aussehen betrifft? Bilder von Forschern zeigen, wie der Sohn Gottes tatsächlich ausgesehen haben könnte. Dies stellte sich allerdings im Nachhinein als Fake heraus.

Vollbart, lange Haare - so wird Jesus in der westlichen Welt häufig dargestellt. Bild: dpa

Am Dienstag veröffentlichte der englische "Mirror" eine angeblich neue Meldung: Forensiker hätten ein Phantombild von Jesus angefertigt. Diese Meldung, die auch news.de übernommen hatte, stellte sich nun als veralteter, fehlerhafter Bericht heraus. Dafür bitten wir um Entschuldigung. Die Nachricht tauchte bereits im Jahr 2001 bei der BBC auf. Dort wurde auch deutlich, dass es sich bei dem Phantombild nicht um Jesus selbst, sondern um eine allgemeine Rekonstruktion der Menschen aus Galiläa in der damaligen Zeit.

Das war die Originalmeldung vom 15.12.2015

Das ergab zumindest eine forensische Untersuchung vom Experten Richard Neave von der Universität Manchester. Mithilfe wissenschaftlicher Methoden hat er schon vor einiger Zeit das Abbild von Jesus Christus rekonstruiert. Normalerweise wird die Forensik zur Lösung von Verbrechen verwendet. Allerdings kann man die Methode auch anwenden, um wichtige archäologische Beweise zu erbringen.

Falsches Bild von Jesus? Sohn Gottes soll dunkelhäutig und dunkelhaarig gewesen sein

Wie der "Mirror" berichtet, war Jesus Neaves Arbeit zufolge keineswegs der blonde, langhaarige Mann, als der er oft dargestellt wird. Vielmehr sei er dunkelhäutig und dunkelhaarig gewesen – typisch für die Menschen, die damals in Galiläa lebten. Um das Gesicht Jesus Christus zu rekonstruieren haben israelische Archäologen dem Forschungsteam um Neave Schädel aus Israel zur Verfügung gestellt. Das Team erstellte Röntgenbilder und untersuchte die Gesichtsform eines "typischen" Juden aus Galiläa.

Jesus war nicht viel größer 1,50 Meter

Von dem Bild, das wir vor Augen haben bleibt nicht mehr viel übrig. Jesus war zwar bärtig, hatte aber kurze Haare. Im Einklang der jüdischen Tradition wahrscheinlich mit dichten Locken. Da er im Freien als Zimmermann arbeitete war er wohl viel muskulöser als in der westlichen Welt oft dargestellt. Vermutlich war er auch nicht viel größer als 1,50 Meter.

Nicht das erste Mal, dass Richard Neave mit Hilfe der Forensik Rekonstruktionen erstellt. So hat Neave bereits Abbilder von Philip II. von Mazedonien, dem Vater von Alexander dem Großen, und König Midas von Phrygien rekonstruiert. Und auch die Arbeit zum "wahren" Jesus Christus kann sich sehen lassen.

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jko/lvo/news.de

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