"Salon Patrice" in Dachau: Aus Liebe! So wurde ein Polizist zum Bordellbesitzer

Jahrelang sorgte Uwe Ittner als Polizist für Ordnung - nun führt er ein Bordell. Wie die Menschen bei Partys auf seinen Beruf reagieren, habe sich dennoch nicht geändert, erzählt er über seinen Wechsel "vom Blaulicht ins Rotlicht".

Der ehemalige Polizeibeamte Uwe Ittner steht in seinem Bordell in Dachau (Bayern). Bild: dpa

Von außen ist der unscheinbare Bungalow im Gewerbegebiet von Dachau nichts Besonderes. Etwas versteckt liegt er hinter einer Autowerkstatt. Erst drinnen wird klar, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Wohnhaus handelt. Ein weißes Ledersofa, griechisch anmutende Statuen, kitschige Malereien, große Spiegel an den Wänden und eine Striptease-Stange schreien ganz laut:Porno! Der "Salon Patrice" ist ein Bordell. Eins von diesen diskret gelegenen Häusern, von denen es auch im katholischen Bayern das eine oder andere gibt.

Uwe Ittner: Vom Polizisten zum Bordellbesitzer - die Reaktionen

Das Besondere an diesem Haus ist der Mann, der auf dem weißen Ledersofa sitzt:Uwe Ittner rief das Bordell vor einigen Jahren mit seiner damaligen Lebensgefährtin, der Namensgeberin Patrice, ins Leben. Vorher war er 25 Jahre lang Polizist in München - Kriminalpolizist, Fahnder. Rund 30 Kilometer trennen den "Salon" vom Münchner Polizeipräsidium. Doch es ist eine andere Welt.

"Viele wollten dann nichts mehr mit mir zu tun haben", sagt Ittner im Interview der Deutschen Presse-Agentur, während das Feuer im Kamin knistert. "Die wenigen Freunde, die ich bei der Polizei hatte, haben mir vorgeworfen, ich hätte die Seiten gewechselt. Für die war ich ein Zuhälter - und fertig." Der Gewerkschaft der Polizei ist kein ähnlicher Fall bekannt. "Es gibt viele Polizisten, die nach ihrer aktiven Zeit in private Sicherheitsunternehmen wechseln", sagt ein Sprecher. Dass ein Polizeibeamter in ein Bordell wechselt, habe er noch nie gehört.

In "Vom Blaulicht ins Rotlicht" schreibt Ittner über seinen Lebenswandel

Über seinen Wechsel "Vom Blaulicht ins Rotlicht" hat Ittner ein Buch geschrieben, das genau so heißt und seit einigen Tagen auf dem Markt ist. "Wenn ich jetzt noch Polizeibeamter wäre, würde ich mit Sicherheit irgendwo in einem warmen Büro sitzen, die Füße hochlegen und zu gegebener Zeit ein Weißbier aufmachen", sagt Ittner. "Es ist nur die Frage, ob man so ein Berufsleben will. Ich wollte das schon damals nicht. Das hat mich nicht befriedigt."

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