Busunfall in Frankreich: 3-jähriger Sohn stirbt auf dem Beifahrersitz

Noch ist unklar, wie viele Menschen genau beim tragischen Busunfall in Südwestfrankreich ihr Leben ließen. Fest steht: Es ist der schwerste Unfall seit 1982. Nicht nur zahlreiche Senioren, auch ein Dreijähriger stirbt.

Bus und Lkw wurden bei dem Frontalcrash völlig zerstört. Bild: news.de-Screenshot (YouTube/BFMTV)

Die Zahl der Opfer des Busunglücks im Südwesten Frankreichs liegt möglicherweise bei 44 statt der bisher angenommenen 43. Nach Angaben des ermittelnden Staatsanwalts, Christoph Auger, ist unklar, ob alle angemeldeten Passagiere im Bus waren. Im Reisebus seien 41 oder 42 Menschen ums Leben gekommen. Der Bus mit einer Seniorengruppe an Bord kollidierte auf einer Landstraße mit einem Lastwagen, beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf und brannten aus.

Busunglück in Puisseguin (Frankreich): Zwei Opfer weiter in Lebensgefahr

Auch der Lkw-Fahrer überlebte den Horror-Crash nicht. Sein kleiner Sohn, gerade einmal drei Jahre alt, saß einem Bericht der "Bild" zufolge auf dem Beifahrersitz und kam ebenfalls ums Leben. Sein lebloser Körper sei erst nach mehreren Stunden in der Fahrerkabine entdeckt worden, heißt es. Insgesamt acht Menschen wurden bei der Katastrophe am Freitag in der Nähe des Ortes Puisseguin verletzt, zwei davon schwebten zunächst noch in Lebensgefahr.

Suche nach der Unfallursache: Wie kam es zum Frontalcrash?

Der Bus war mit einer Seniorengruppe auf dem Weg in den Ort Arzacq-Arraziguet im Pyrenäen-Vorland. Die Gruppe brach am Morgen vom Ort Petit-Palais nordöstlich von Bordeaux auf. Gegen 7.30 Uhr stieß ihr Bus wenigeKilometer weiter südlich mit dem Lastwagen zusammen. Ersten Hinweisen, wonach der Lastwagen den dramatischen Unfall verursachte, wurde von Gendarmerie und Staatsanwalt widersprochen. Es werde einige Zeit dauern, um die Ursache zu finden, unter welchen Umständen sich der Unfall abgespielt habe, sagte Auger.

Die Ermittler konzentrieren sich zunächst darauf, die Leichen zu identifizieren. Dies habe Priorität, sagte Auger. Die Opfer sollten den Angehörigen so rasch wie möglich übergeben werden. Xavier Sublett, Bürgermeister des Unglücksorts Puisseguin, berichtete, der überlebende Busfahrer habe versucht, auszuweichen, dies aber nicht geschafft. "Er konnte nur noch den Türmechanismus betätigen, um es einigen zu ermöglichen, den Bus zu verlassen." Nach Angaben der Gendarmerie rettete zudem der Fahrer eines unbeteiligten Fahrzeugs einige Insassen des Busses.

VIDEO: 43 Tote bei Kollision von Bus und Lkw in Frankreich
Video: AFP

"Tief erschüttert": Gauck und Merkel kondolieren

Die Unfallstelle ist in der Region bekannt. "Das ist in einer gefährlichen Kurve der Gemeinde passiert", sagte der zweite Beigeordnete des Bürgermeisters von Puisseguin, Gérard Dupuy, dem Sender France Info. Am gleichen Ort habe es bereits früher Unfälle gegeben. Der aktuelle ist der schwerste Busunfall in Frankreich seit dem 31. Juli 1982. Damals starben bei Beaune 53 Menschen, darunter 44 Kinder. Im Jahr 2003 verunglückte am ungarischen Plattensee ein deutscher Reisebus - 33 Menschen wurden getötet.

Bundespräsident Joachim Gauck sprach Staatschef Hollande in einem Kondolenzschreiben seine Anteilnahme aus. "Die Nachricht von dem furchtbaren Busunglück nahe Bordeaux, bei dem so viele Ihrer Landsleute auf so tragische Weise ums Leben gekommen sind, erfüllt mich mit großer Bestürzung und tiefer Trauer", schrieb Gauck. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich "tief erschüttert" über den schweren Verkehrsungall.

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zij/news.de/dpa

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