Uralte Ruine mitten im Stausee: Das Geheimnis von Nueva Quechula

Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas ist eine mittelalterliche Kathedrale mitten im Nezehualcoyotl-Stausee aufgetaucht. Was es mit der uralten Ruine auf sich hat, lesen Sie hier.

Der "Tempel von Santiago" lockt derzeit zahlreiche Besucher an. Er ist durch die momentan vorherrschende Dürre zum zweiten Mal innerhalb von 50 Jahren zu sehen. (Symbolbild) Bild: aytuncoylum/Fotolia

Der Anblick ist unwirklich und beinahe gespenstisch. Aus dem riesigen Nezehualcoyotl-Stausee im Süden Mexikos ragt die graue Fassade einer uralten Kirche empor. Der mystische Anblick, eingesäumt von Wäldern und Bergen, zieht derzeit Tausende Schaulustige an.

Tempel von Santiago zum 2. Mal in 50 Jahren im Stausee sichtbar

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird in dem Reservoir seit mehr als einem halben Jahrhundert Wasser gespeichert. Der Stausee versorgt den Ort Nueva Quechula im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas mit Wasser. Zum ersten Mal seit 13 Jahren fällt so wenig Niederschlag, dass der Wasserspiegel um ganze 25 Meter sank.

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"Tempel von Santiago" oder "Tempel Quechula" wird die Kirche aus dem 16. Jahrhundert genannt. Noch zu Zeiten der Zoque-Ureinwohner haben Mönche des Ordensbruders Bartolome de la Casas das 61 Meter lange und 14 Meter breite Bauwerk errichtet. Wie "wired.de" berichtet, sind die Mauern bis zu zehn Meter hoch. Der Glockenturm erreicht sogar eine Höhe von 16 Metern.

Pestepedemie im 18. Jh. verhinderte Nutzung der Kirche durch größere Gemeinde

Carlos Navarete, ein Architekt aus Mexiko, untersuchte die Ruine. Einem Bericht der Nachrichtenseite "Mashable" zufolge, wurde die Kirche wohl als Zentrum einer großen Glaubensgemeinschaft erbaut. Diesem Zweck hat sie wohl nie gedient, denn nach den Pest-Epidemien zwischen 1773 und 1776 war die Kathedrale verlassen. Nicht einmal einen Priester gab es, vermutet der Architekt.

1966 wurde das Gebiet samt Kirche geflutet, nachdem ein Damm errichtet worden war. Seitdem war der Tempel Quechula infolge von Dürren erst zweimal zu sehen. Die beeindruckenden Bilder von der Kirche sehen Sie hier.

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saw/bua/news.de

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