Playboy: Deutschland bleibt nackt

Der US-Playboy wird kindersicher. Nachdem die Macher ihre Webseite entschärft haben, bekommen nun auch die nackten Models im Heft etwas angezogen. Die deutsche Ausgabe ist davon jedoch nicht betroffen - sie bleibt nackt!

In der deutschen Ausgabe des Playboys bleibt alles beim Alten. Bild: dpa (Matthias Balk)

Die Leser des amerikanischen Herrenmagazins "Playboy" bekommen bald keine nackten Frauen mehr im Heft zu sehen. "Die Zeiten ändern sich", hieß es am Dienstag in einem Statement der amerikanischen Redaktion. "Das Bunny überwindet die Nacktheit." Leser in Deutschland können wiederum aufatmen. Bei der deutschen Ausgabe bleibt alles beim Alten - hier wird sich weiterhin ausgezogen.

Im deutschen Playboy präsentieren sich die Models weiterhin nackt

"Auf die Ausrichtung und die Gestaltung des deutschen 'Playboy' hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss", machte der Chefredakteur von Playboy Deutschland, Florian Boitin klar. "Das heißt, wir halten an unserem erfolgreichen Konzept auch in Zukunft fest." Wie unabhängig man sei, zeige schon, dass der deutsche "Playboy" in den vergangenen fünf Jahren nur sechs von 60 US-Titelproduktionen übernommen habe. In Zukunft werden sich also weiterhin Stars wie Sophia Thomalla, Dr. Christine Theiss oder Playmates wie Sarah Nowak so präsentieren wie Gott sie schuf.

Playboy: Marilyn Monroe war die erste - Rückschritt in alte Zeiten

Der Verleger und Lebemann Hugh Hefner (89) hatte den "Playboy" 1953 erstmals herausgebracht. Auf der Titelseite posierte damals Marilyn Monroe. Später ließen auch Ikonen wie Madonna, Sharon Stone, und Naomi Campbell die Hüllen fallen, um im "Playboy" die Männerfantasien zu beflügeln. Knapp 62 Jahre nach Marylin Monroes Nacktheit nun also der vermeintliche Rückschritt in vergangene prüde Zeiten.Das US-Magazin spürt die Konkurrenz durch Erotik im Internet. Die Zeiten hätten sich schlicht geändert, zitierte die "New York Times" den Chefmanager Scott Flanders. Den Kampf darum, unbekleidete Körper abbilden zu dürfen und Nacktheit gesellschaftsfähig zu machen, habe der "Playboy" schon lange gewonnen.

"Heute reicht ein Mausklick, um sich jeden nur vorstellbaren sexuellen Akt im Internet herunterzuladen", so Flanders. Nacktaufnahmen in Zeitschriften seien damit überholt. "Ja, wir gehen ein Risiko ein", heißt es auf der Webseite. "Aber dieses Unternehmen hat - wie alle großartigen Unternehmen - das Risiko in seinem Erbgut."

FOTOS: Hugh Hefner und seine Frauen
zurück Weiter Hugh Hefner und seine Frauen (Foto) Foto: ddp images/spot on news Kamera

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jko/gea/news.de/dpa

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