VW-Skandal um Martin Winterkorn: Doch keine Strafverfolgung gegen Ex-VW-Chef!

Am Montag, 28.09., hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig verkündet, sie werde ein Ermittlungsverfahren gegen Prof. Dr. Martin Winterkorn einleiten. Dieser soll als VW-Vorstandsvorsitzender im Betrugsskandal verwickelt sein. Nun ruderte die Justiz zurück: Es gibt kein Verfahren gegen Winterkorn. Die Ermittlungen laufen nun gegen Unbekannt. Was ist passiert?

Martin Winterkorn hat angeblich nichts von dem Betrugsskandal bei VW gewusst. Bild: Friso Gentsch/dpa

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat am Montag, 28.09., die Mitteilung herausgegeben, sie habe "aufgrund von Strafanzeigen ein Ermittlungsverfahren gegen Prof. Dr. Martin Winterkorn, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG einleitet". Der Vorwurf lautete Betrug. VW habe unter Winterkorns Führung Fahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten verkauft. Doch nur ein paar Tage später sieht die Justiz in Braunschweig das schon wieder anders. Es wird erstmal kein Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn geben.

Lächerlich: Ermittlungen gegen Unbekannt

Stattdessen wird nun gegen "bislang unbekannte Verantwortliche der VW AG" ermittelt, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Durch die Strafanzeigen gegen Winterkorn werde nun lediglich geprüft, ob ein Anfangsverdacht gegen den ehemaligen VW-Boss vorliegt, so das Blatt weiter. Und die "Bild"-Zeitung zitiert eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft zum Anfangsverdacht gegen Winterkorn: "Den gibt es bislang nicht. Es wird untersucht, ob, und falls ja, gegen welche Personen der VW AG Ermittlungen zu führen sind." Kommt Winterkorn am Ende sogar unbeschadet aus der Affäre? Und wer wird an seiner Stelle zur Rechenschaft gezogen?

Winterkorn soll von dem Betrug nichts gewusst haben

Der Betrugsskandal ist schließlich keine Kleinigkeit. In 11 Millionen Autos wurde eine spezielle Software eingebaut, die die Abgaswerte auf dem Prüfstand manipulierten. Eine bloße Geldstrafe wird es für so einen vorsätzlichen Betrug in diesem Ausmaß wohl nicht geben. In Deutschland geht man dafür normalerweise ins Gefängnis - und das bis zu fünf Jahre. In solch schweren Fällen, wie es hier der Fall ist, könnte sogar ein Freiheits-Entzug von bis zu zehn Jahren greifen.

Vergangene Woche hatte Winterkorn den Betrug eingestanden, stritt allerdings ab, selbst etwas von den Manipulationen gewusst zu haben. Angeblich sollen die Manipulations-Entschlüsse in der Firmenzentrale in Wolfsburg in den Jahren 2005/06 beschlossen worden sein. Winterkorn übernahm erst 2007 die Leitung des Konzerns.

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gea/jko/news.de

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