iPhone für eine Samenspende?: Wer Sperma spendet, muss zahlen

Laut Bundesgerichtshof muss ein Samenspender nun Unterhalt zahlen - auch wenn er das Kind nicht anerkannt hat. Wie die Rechtslage bei der Samenspende in Deutschland aussieht, erfahren Sie hier. Außerdem: Berühmte Fälle von Samenspendern.

Spermaprobe in einer Samenbank. Bild: dpa

Vertrag ist Vertrag. Das gilt auch bei einem heiklen Thema wie der Samenspende. Willigt ein Mann ein, muss er später auch Unterhalt für das Kind zahlen. Das entschied kürzlich der Bundesgerichtshof.

Bundesgerichtshof entscheidet: Samenspender muss Unterhalt zahlen

Ein Mann stimmte der Samenspende für seine damalige Freundin zu - wollte das Kind jedoch später nicht. Wie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am 23. September entschied, muss der Spender trotzdem Unterhalt für den Nachwuchs zahlen. Dies gilt auch, wenn der Mann mit der Frau nicht verheiratet ist und selbst wenn er das Kind nicht anerkennt. "Das Kind konnte nur durch die Einwilligung des Mannes gezeugt und geboren werden", erläuterte der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Dose. Deshalb müsse der Mann für den Unterhalt des Kindes aufkommen.

Rechtslage bei der Samenspende

Im Gegensatz zur Eizellenspende und Leihmutterschaft ist die Samenspende in Deutschland legal und weit verbreitet. Aus Sicht des Vereins Spenderkinder gebe es jedoch deutlichen gesetzlichen Regelungsbedarf. So haben zum Beispiel Spenderkinder in Deutschland erhebliche Schwierigkeiten, die Identität des Spenders zu erfahren, obwohl sie ein Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung haben. Zudem beachten Ärzte und Kliniken das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung größtenteils nicht. Auch die Anonymität der Spender wird als Grundvoraussetzung von Samenspenden angesehen, damit können Spenderkinder ihre Rechte oft nicht durchsetzen.

Was die Unterhaltsfrage betrifft, geht es im Unterschied zur formbedürftigen Anerkennung der Vaterschaft oder Adoption bei der Samenspende nicht um die Übernahme der väterlichen Verantwortung für ein bereits existierendes Kind, wie das Portal "Jurion" erklärt. In diesem Falle führe die Einwilligung des Mannes dazu, dass das Kind überhaupt erst gezeugt und geboren wird. Da dies dem Mann bei seiner Einwilligung auch bewusst ist, hat er wie ein rechtlicher Vater für den Unterhalt des Kindes einzustehen.

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