Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 21.09.2015, 15.48 Uhr

Flüchtlingskrise 2015: Medien unter Druck: Falschmeldungen versus Presse

Seit Wochen vergeht kein Tag, an dem nicht über die zu Tausenden in Europa ankommenden Flüchtlinge berichtet wird. Die Medien überschlagen sich mit den immer neuesten Meldungen. Teilweise bleibt dabei aber die Sorgfältigkeit auf der Strecke. Wir haben ein paar Meldungen zusammengetragen, die zu ihrer Veröffentlichung die Gemüter erregten, sich aber als falsch erwiesen.

Die Flüchtlingskrise beschäftigt die Medien - und die sozialen Netzwerke. Bild: Jonathan Stutz/fotolia.com

Die Flüchtlingskrise ist seit Wochen das Top-Thema in den Medien. Verständlich, denn eigentlich hat jeder eine Meinung dazu, die Menschen wollen informiert werden - und eigentlich passiert sowieso jeden Tag irgendwas - ob nun positiv oder negativ. Doch einige Meldungen werden zu schnell veröffentlicht, Informationen nicht geprüft und wieder andere stellen sich schlichtweg als Falschmeldungen heraus. Hier ein Auszug wichtiger Meldungen, die sich als falsch erwiesen und die Gemüter dennoch in Atem hielten.

Warnschüsse an der Grenze entpuppt sich als Fehlschuss

Am 15. September meldete das RTL-Früh-Magazin "Guten Morgen Deutschland", dass an der Grenzregion nahe des bayerischen Freilassing Schüsse gefallen seien. Die Polizei habe versucht, dass 21 Asylsuchende seit Monaten im Konzentrationslager Buchenwald bei Dortmund untergebracht seien. Nun liegt Buchenwald aber nicht bei Dortmund, sondern bei Weimar und eine kurze Recherche hätte zumindest stutzig lassen werden müssen. Doch Fehlanzeige: Britische und russische Medien nahmen die Meldung wenig später in ihre Berichterstattung auf. Ein Richtigstellung sucht man vergebens.

Das soziale Netz: falschen Meldungen und Hetze

Doch nicht nur die Presse scheint mit der Flüchtlingskrise und dem nicht enden wollenden Strom der Informationen überfordert. In den sozialen Netzwerken tummeln sich Fehlinformationen über raubende und gewalttätige Flüchtlinge, die einfach schockieren, oft geteilt werden und ein falsches Bild erschaffen. Das Problem geht aber noch sehr viel tiefer, denn es werden auch immer wieder Texte modifiziert und Falschmeldungen absichtlich verbreitet. Dies dient dann meist dem Zweck der Stimmungsmache gegen Flüchtlinge. Die Seite Anschlag auf Büro der Linkspartei in Freital.

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gea/zij/news.de

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