Von news.de-Volontär Eric Mittmann - 11.09.2015, 15.27 Uhr

Absturz der Germanwings-Maschine: Sollte man darüber noch berichten?

Die "Bild"-Zeitung liefert neue Informationen zum Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525. Nach Monaten der Berichterstattung scheint das Thema noch immer nicht genug ausgeschlachtet. Sollte Berichterstattung so stattfinden?

Wrackteil des abgestürzten Germanwings-Flugzeuges. Bild: dpa/ Sebastien Nogier

Der Absturz eines Germanwings-Flugzeugs im März dieses Jahres hat für allerlei Furore in den deutschen Medien gesorgt. Auf Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf leitete der Co-Pilot der Maschine über den südfranzösischen Alpen den Sinkflug ein. Das Flugzeug zerschellte in den Bergen. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Später stellte sich heraus, dass der Co-Pilot unter psychischen Problemen gelitten hatte.

Die Berichterstattung sollte damit jedoch noch lange kein Ende finden. Immer neue Informationen wurden über die Tragödie zu Tage gebracht - so auch nun.

Absturz von Flug 4U9525: "Bild" mit neuen Informationen

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll die Industrieversicherungs-Sparte der Allianz bis zu 7,5 Millionen Euro vom Nachlass-Insolvenzverwalter des Co-Piloten gefordert haben. Das Unternehmen verlange für jeden verstorbenen Passagier 50.000 Euro. Laut "Bild" hatte Germanwings nach dem Absturz einen ebenso hohen Betrag an die Hinterbliebenen der Opfer gezahlt. Über weitere Forderungen sei derzeit noch nichts bekannt.

Die Germanwings-Katastrophe: Sollte auf diese Weise berichtet werden?

Während sich der Bericht, der auch bei zahlreichen anderen Medien wie "Focus Online" Wiederhall findet, noch einige Absätze mehr mit der Versicherungs-Thematik auseinandersetzt, soll an dieser Stelle einmal eine andere Frage im Vordergrund stehen: Sollte eine Katastrophe wirklich auf diese Weise ausgeschlachtet werden?

Oder um es anders zu formulieren: Wann ist die Grenze zwischen objektiver Berichterstattung und der Befriedigung von Sensationsdurst erreicht? Vielleicht sollte auch nicht jedes Detail einer solchen Tragödie über mehrere Monate hinweg in die Welt posaunt werden. Den Untergang eines Flüchtlingsbootes scheinen wir schließlich auch nach spätestens einer Woche vergessen zu haben.

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mie/zij/news.de

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