Am Dienstag-Abend fallen auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt Schüsse. Zwei Menschen werden getötet, mindestens elf werden verletzt. Die Polizei sucht nach dem Täter. Den Bürgern wird geraten, zu Hause zu bleiben.

mehr »

#NippelGegenNazis: Facebook sperrt Nippel statt Nazis

Rechter Hass brodelt vor allem in sozialen Netzwerken. Doch Facebook stellt sich quer, wenn es darum geht, gegen die Hetzer vorzugehen. Die Aktion #NippelGegenNazis sollte zeigen, wie skurril das Netzwerk Inhalte sperrt. Das Ergebnis: Brüste sind tabu, Nazis okay.

Facebook sperrt Nippel statt Nazis. Bild: Screenshot Facebook / Anne Blume / Nippel gegen Nazis - Neu

Nirgends wird in Deutschland Fremdenhass so öffentlich skandiert wie in den sozialen Netzwerken. "Besorgte Bürger" rufen dazu auf, Konzentrationslager wieder zu öffnen, Flüchtlinge zu erschießen und bezeichnen sie als minderwertiges Vieh. Die Grenze zur strafrechtlichen Verfolgung ist längst überschritten. Doch was kann man tun, wenn man Hetz-Kommentare auf Facebook und Co. liest?

Facebook hat skurrile Maßstäbe: Nazis sind okay, Nippel aber tabu

Bei Facebook können Nutzer zwar Hassbotschaften melden. Doch selten wird der Hetzer gesperrt noch das gewaltverherrlichende Posting gelöscht. Anders verhält es sich hingegen mit öffentlicher Nacktheit. Denn die verstößt eindeutig gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks. Wird irgendwo ein nackter Nippel gepostet, gehen bei Facebook alle Alarmglocken an und der Anti-Nippel-Radar kommt zum Einsatz. Bei nackter Haut dauert es nicht lang, bis das Foto gelöscht ist und das Profil vorübergehend gesperrt ist. Fazit: Brüste sind tabu, Nazis okay.

#NippelGegenNazis: Facebook-Aktion zeigt Erschreckendes

Am Wochenende hatten zahlreiche Seiten bei Facebook zur Aktion#‎NippelGegenNazis‬ / ‪#‎NippelGegenRechts‬ aufgerufen! Die Bilanz der Aktion zeigte, wie Facebook mit Nazi-Kommentaren umgeht. Nämlich gar nicht!

Anne Blume hat auf der Fanpage "Nippel Gegen Nazis - Neu" einen Nippel samt Mäusegesicht gepostet. "Auf ein Neues #NippelGegenNazis", schreibt sie. Der Kommentar dazu zeigt, dass ihr Bild vermutlich bereits vorher schon einmal gelöscht wurde.

Die Seite "Hooligans gegen Satzbau" veröffentlichte am Samstag eine Bestandsaufnahme: "Facebook schafft es, binnen zwölf (12) Stunden HUNDERTE (Ja liebe Leute, so wahnsinnig seid ihr) Nippelbilder zu löschen, uns Admins wieder mal zu einer Identitätsprüfung zu schicken (Mit Eins+ bestanden), und der von eifrigen ‪#‎Nippelzwergen‬ ins Leben gerufene Seite nahezulegen, ihre Veröffentlichung rückgängig zu machen. Sinnbildlich: 'Geh dich aufhängen, du oller Nippelzwerg.' Die ‪#‎Hasszwerge‬ treiben in der Zwischenzeit weiter ihr Unwesen und werden das wohl auch die kommenden zwölf Stunden tun können. ... und die darauf folgenden zwölf Stunden ... und die darauf folgenden zwölf Stunden ... und die darauf folgenden zwölf Stunden ... Wir rufen daher weiter auf: Bildet Banden! Banden von Nippeln! Gründet Gruppen, erstellt Seiten, postet Bilder."

Aktiv gegen rechte Parolen bei Facebook

Was kann man gegen die braunen Hetzer unternehmen? Man kann natürlich die betreffende Person bei Facebook melden. Passieren wird nicht viel. Oft bekommt man dann die Nachricht, dass das Profil nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoße. Eine andere Möglichkeit ist es, die Schreiberlinge selbst anzuschreiben. Doch mit uneinsichtigen Menschen zu diskutieren, bringt selten durchschlagenden Erfolg. Bleibt nur noch der Gang zur Polizei!

Strafanzeige gegen rechte Hetzer

Eine Strafanzeige kann im Gegensatz zu allen anderen Methoden durchaus Erfolg haben. In Berlin wurde laut "Bild"-Zeitung kürzlich ein Mann zu einer Geldstrafe von 4.800 Euro wegen eines Hasskommentars verurteilt. Doch der braune Mob hat sich darauf eingestellt: Profile werden nun so eingestellt, dass nur Freunde Hassbotschaften lesen können und auch Fantasienamen können den Nutzer vorläufig schützen. Doch auch diese kann man bei Facebook melden. Denn im sozialen Netzwerk gilt Klarnamenpflicht.

Lesen Sie hier: 100 Prominente setzen Zeichen für Flüchtlinge und gegen Hass!

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/räc/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser