Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 09.08.2015, 08.00 Uhr

Was der Mensch dem Menschen antut: Die abscheulichsten Menschenexperimente

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Das wusste man schon in der Antike. Und dies bestätigte sich einmal mehr im Laufe der Geschichte. Vor allem zu Zeiten des Krieges wurden an Gefangenen immer wieder grausame Experimente durchgeführt. Wir haben die schrecklichsten Menschenexperimente hier zusammengestellt.

Häftlinge im KZ Auschwitz-Birkenau. Bild: Str/picture alliance/dpa

Gefangene, Behinderte, Kranke und arme Menschen mussten im Laufe der Geschichte nicht nur am Rande der Gesellschaft leben, sondern auch immer wieder für grausame Experimente herhalten. Entweder um den Wissensdurst der Menschheit zu stillen oder einfach nur, weil sie in die Hände von sadistischen Ärzten oder Pseudo-Wissenschaftlern fielen. Die Opfer waren zumeist Rechtlose, um die sich keiner kümmerte. Bei den sogenannten Untersuchungen fanden sie oft unter Höllenqualen den Tod. Die schlimmsten Experimente haben wir hier zusammengetragen.

Herophilos von Chalkedon

Herophilos von Chalkedon ( circa 330 v. Chr. - 255 v. Chr.) war ein griechischer Mediziner und lehrte in der ägyptischen Stadt Alexandria. Er gilt als der führende Kopf der Anatomie-Studien der alexandrinischen Schule. Für seine Untersuchungen am Menschen führte er zahlreiche Obduktionen durch. Er war es auch, der die Vivisektion, die Operation am lebenden Objekt, einführte - und zwar auch am Menschen. Seine Untersuchungen am menschlichen Körper führte er über 40 Jahre hindurch fort. Dabei öffnete er den menschlichen Körper in aller Öffentlichkeit.

Die Pharaonen, unter denen Herophilos diente, sahen seine Studien als Bereicherung und erlaubten es ihm, verurteilte Verbrecher zu zerstückeln oder einer Vivisektion zu unterziehen. Angeblich soll der Mediziner bis zu 600 Menschen bei lebendigem Leibe aufgeschnitten und die Innereien untersucht haben. Tatsächlich brachten seine Studien einen Fortschritt. Er schuf ein Namensverzeichnis der Organe, entdeckte die Bauchspeicheldrüse, den Eileiter und die Hirnhaut. Auch stellte er den Zusammenhang zwischen der Veränderung des Pulses und Herzkrankheiten her.

Die medizinischen Experimente der Nazis

Der Block 10 in Auschwitz war berüchtigt. Wer dort hinein gebracht wurde, fiel in die Hand der SS-Ärzte. Doch nicht nur in Auschwitz, auch in anderen Konzentrationslagern wie Buchenwald und Sachsenhausen wurden grausame Experimente mit den Insassen durchgeführt. Dies schloss Sterilisationen ein, bei denen Frauen verstümmelt wurden. Dazu wurden zum Beispiel die Eileiter verklebt. Anderen wurden die Sexualorgane durch intensive Röntgenstrahlung regelrecht verbrannt. Viele von ihnen überlebten den Eingriff erst gar nicht. Frauen wurden falsche Blutgruppen transfundiert, oder ihnen wurde in großen Mengen Blut abgenommen, weil dieses für die Lazarette der Wehrmacht gebraucht wurde.

Ein Name darf bei der Verknüpfung der Worte Experiment und Mensch natürlich nicht fehlen: Josef Mengele. Er ließ bestialische Versuche vornehmen, nähte beispielsweise Zwillinge und Halbgeschwister aneinander, um ein neues Wesen zu kreieren, schüttete Menschen eiskaltes Wasser über den nackten Körper und setzte sie der Kälte aus, um zu sehen, wie lange sie überleben würden. Menschen mit potenziellen Erbkrankheiten wurden sterilisiert. Die besten Sterilisations-Methoden wurden ebenfalls durch Experimente ermittelt. Zudem wurden Sinti und Roma nur von Salzwasser ernährt. Sie trockneten qualvoll aus.

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