Suizid nach Brandanschlägen in Berlin: Rechtsextremer Täter begeht Selbstmord in Knast-Zelle

Acht Brandanschläge sollen auf das Konto von Ralph K. (48) gehen. Am vergangenen Donnerstag nahm die Polizei den Musiklehrer fest, der Mann zeigte sich geständig. Doch einen Prozess wird es nicht geben, denn der Verdächtige ist tot.

Der rechtsextreme Täter, Ralph K. (48), wurde leblos in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis Moabit gefunden. Bild: Gero Breloer/dpa

Brandanschlagsserie auf politische Gebäude

Die Brandanschläge hatten im August 2014 begonnen. Zunächst war die CDU-Bundeszentrale betroffen, im September das Reichstagsgebäude, im November und in anderen Monaten das Paul-Löbe-Haus des Bundestags sowie an Pfingsten 2015 das Schloss Bellevue. Zuletzt traf es das Bundeskanzleramt.

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Rechtsextreme Parolen, Molotow-Cocktails und Brandsätze

Meist warf der mutmaßliche Täter in der Nacht einen Molotow-Cocktail gegen die Fassade oder eine Tür, oder er platzierte einen mit Benzin gefüllten Brandsatz an der Gebäudewand. Zu größeren Bränden kam es nie, auch wurde niemand verletzt. An den Tatorten fanden sich Flugblätter mit teilweise wirren, ausländerfeindlichen Parolen einer als rechtsextrem eingestuften "Deutschen Widerstandsbewegung". Diese Blätter fand die Polizei auch in der Wohnung des festgenommenen Lehrers.

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Festnahme bei einem Anschlag auf das Bundeskanzleramt

In der Nacht zu Donnerstag war Ralph K. (48) mit einer Strickleiter über einen Zaun am Bundeskanzleramt geklettert und hatte einen Molotowcocktail in Richtung des Gebäudes geworfen. Als er mit dem Fahrrad fliehen wollte, nahmen ihn Polizisten fest. Der Musiklehrer war am Donnerstag festgenommen worden und legte später ein Geständnis ab. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Brandstiftung in acht Fällen erlassen.

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Rechtsextremist begeht Selbstmord im Untersuchungsgefängnis

Der Mann war am Freitag in das Untersuchungsgefängnis Moabit gebracht und untersucht worden. Laut Justizangaben gab es keine Anzeichen für eine Suizidgefahr. Jetzt ist der einer Serie von Brandanschlägen auf politische Einrichtungen verdächtigte Rechtsextremist tot. Montagmorgen wurde der 48-Jährige leblos in seiner Zelle gefunden, wie Berlins Justizsprecherin Claudia Engfeld mitteilte. Es werde von einem Suizid ausgegangen, Anzeichen für ein Fremdverschulden am Tod des Mannes gebe es nicht. Die "Bild" will aus Justizkreisen erfahren haben, dass Ralph K. sich erhängte. Außerdem soll er einen Abschiedsbrief hinterlassen haben. Seine Leiche soll noch obduziert werden.

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räc/loc/news.de/dpa

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