Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 19.05.2015, 15.09 Uhr

"Schwulenpanik" in Down Under: Gesetz rechtfertigt Mord an Homosexuellen

Australien ist ja schon sehr weit weg von allem. Leider anscheinend auch von einer gerechten moralischen Rechtssprechung. Denn in "Down Under" gibt es nicht nur Aboriginies, die immer noch unter Diskriminierung zu leiden haben, auch Schwule und Lesben sind in dem Land anscheinend nicht überall sicher. Dabei kann es sogar zum Mord kommen, selbst wenn man vielleicht gar keine homosexuelle Neigung hat und missverstanden wurde.

Es ist in Zeiten von "Gay Pride" und der wachsenden allgemeinen Anerkennung von Priester fordert Selbstmord von Homosexuellen.

In Australien gibt es ein Gesetz zur "Schwulenpanik". Bild: dpa

"Schwulenpanik"-Gesetz: Ein Mörder kann höchstens wegen Totschlags verurteilt werden

"Schwulenpanik" bezeichnet eine Verteidigungstaktik von heterosexuellen Männern oder Frauen gegenüber Gleichgeschlechtlichen. Wenn also ein heterosexueller Mann von einem vermeintlich Sam Smith: Coming-Out mit elf Jahren.

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"Verteidigung gegen homosexuelle Annäherungen" in Australien mit allen Mitteln möglich

Der ganz offizielle Name des "Schwulenpanik"-Gesetzes heißt "Verteidigung gegen homosexuelle Annäherungen". Dieses Gesetz wurde in grauer Vorzeit eingeführt, als sich Männer noch der Ehre wegen duellierten und eine Kränkung der Ehre einen Mord rechtfertigte. Da das Gesetz immer noch Gülitigkeit hat, kann eine Berufung auf das Gesetz auch heute vor Gericht noch strafmindernd wirken. Dabei kann eine Anklage immerhin von Mord auf Totschlag herabgesetzt werden.

Ein Regierungswechsel kippte die Abschaffung des "Schwulenpanik"-Gesetzes

Eigentlich sollte das Gesetz ja schon gekippt werden. Ein entsprechender Zusatzartikel war bereits entworfen und sollte in die Verfassung eingefügt werden. Mit einem Regierungswechsel, bei dem die Konservativen an die Macht kamen, wurde der Zusatzartikel aber dann doch wieder verworfen. Bei den Konservativen scheinen Homosexuelle anscheinend weniger schützenswürdig als heterosexuelle Menschen zu sein.

Auch interessant: Ein Jahr nach Coming-out: Thomas Hitzlsperger zieht Bilanz.

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