Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 07.05.2015, 17.52 Uhr

Fracking-Ermöglichungsgesetz: Wie gefährlich ist die Erdgas-Fördermethode für uns?

Am Donnerstag wurde im Bundestag das Fracking-Ermöglichungsgesetz diskutiert. Aus den USA erreichen uns darüber meist Horror-Meldungen, von brennendem Wasser und verseuchter Erde. Viele, vor allem Umweltschutzverbände, plädieren deshalb für ein generelles Fracking-Verbot. Die Erdgas-Industrie hält dagegen und sieht sich international im Nachteil. Doch wie gefährlich ist Fracking wirklich?

Am Donnerstag wurde im Bundestag das Fracking-Ermöglichungsgesetz diskutiert. Dabei kritisierte die Opposition aus Grünen und Linken eine Lockerung der Fracking-Gesetze. Sie halten die Methode zur Erdgasgewinnung für eine Gefahr für Mensch und Umwelt. In den USA hinterlassen die Energiegewinnungs-Firmen meist verbrannte Erde: verseuchtes Trinkwasser und unbrauchbares Land. Doch wieso wird Fracking dann auch hierzulande immer mehr zum Thema? Und was ist Fracking überhaupt und wie gefährlich ist es?

Fracking ist eine äußerst umstrittene Methode zur Energiegewinnung. Bild: Carsten Rehder/dpa

Die Methode: Fracking erfordert den Einsatz teils giftiger Chemikalien

Beim Kabinett will Gas-Fracking erproben - Breiter Protest.

FOTOS: Energiesparen Klimafreundlich leben

Die größte Gefahr beim Fracking ist der Einsatz von gefährlichen Chemikalien

Die Chemikalien und deren Rückstände im Boden sind die größte Gefahr beim Fracking. Aus den Fracking verursachte Erdbeben in Ohio.

Einerseits wollen alle die Energie-Wende, andererseits möchte niemand für die steigenden Preise zahlen. Nimmt diese Entwicklung eine drastische Wendung? Eine Umfrage zeigt, wie egal den Deutschen umweltverträgliche Energiegewinnung ist. Bild: Carsten Rehder/dpa

Der Bundestag hat heute ein Gesetz erlassen und macht das Fracking damit möglich

Bundesumweltministerin Barabara Hendricks hat in ihrer Rede vor dem Bundestag keine klaren Worte gefunden. Sie sieht das Fraking zwar kritisch, ist sich aber scheinbar nicht so ganz sicher, ob man es wirklich verbieten kann und soll. Deshalb hat sie folgenden Gesetzesentwurf vorgelegt, der weder kalt noch heiß ist. Demnach ist Fracking in Wasserschutzgebieten verboten. Und die Bierbrauer, die um ihr Reinheitsgebot fürchteten, besänftigt. Das Gesetz erlaubt es aber, Probebohrungen in einer Tiefe von mehr als 3.000 Metern durchzuführen, wenn eine sechsköpfige Kommision dazu ihr "Okay" gibt und die zuständige Landesbehörde die Bohrungen genehmigt.

Mehr zum Thema: Darum steht Fracking hoch im Kurs.

FOTOS: Ostsee-Pipeline Erdgas aus Sibirien

Das Verbots-Gesetz wird in Deutschland immer mehr aufgeweicht

Hendricks schlägt aus der Opposition und aus Umweltschutzverbänden massiver Widerstand entgegen. Die Grünen fordern ein generelles Fracking-Verbot. Der BDI, der Bundesverband der Industrie, hingegen begrüßte den Vorschlag, findet aber die Auflagen für die Probebohrungen übertrieben. Doch müssen sie die Aufweichung des Gesetzes als Gewinn sehen. Ursprünglich sollte Fracking bis 2021 verboten bleiben - bis fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen würden und dann nochmals über eine mögliche Aufhebung des Gesetzes beraten werden könnte. Es scheint also, dass Fracking in Deutschland immer wahrscheinlicher wird. In Frankreich und Bulgarien ist es übrigens inzwischen verboten worden.

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gea/zij/news.de

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