Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 04.05.2015, 12.53 Uhr

Nirbhaya: Theaterstück erzählt Schicksal vergewaltigter Frauen

Im Dezember 2012 wurde eine junge Frau in einem Bus in Neu Dehli von einer Männergruppe vergewaltigt. Sie hatte so schwere innere Verletzungen, dass sie wenig später im Krankenhaus verstarb. Basierend auf der Geschichte der jungen Jyoti Singh Pandey, von indischen Medien Nirbhaya - Furchtlose - genannt, wurde nun ein Theaterstück entwickelt.

Jyoti Singh Pandey wurde am 16. Dezember 2012 in einem Bus in Neu-Dehli von einer Männergruppe vergewaltigt und von ihnen auf grausame Weise gequält. Die Männer vergewaltigten sie, bissen sie und penetrierten sie mit einem Metalrohr. Ihre inneren Verletzungen waren so stark, dass laut einem Bericht 95 Prozent ihrer Eingeweide so sehr geschädigt waren, dass man sie hätte entfernen müssen.

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Das Theaterstück trägt den Namen Nirhaya. Den Namen, den die indische Presse dem Mädchen gab, das im Dezember 2012 von einer Männer-Gruppe in einem Bus vergewaltigt wurde. Bild: news.de screenshot (youtube/Pavilion Theatre)

Nirbhaya heißt "die Furchtlose", sie kämpfte für Gerechtigkeit

13 Tage lebte sie noch und konnte unter einer enormen Kraftanstrengung ihre Zeugenaussage niederschreiben. Die indische Presse nannte sie Nirbhaya, der hindische Ausdruck für "die Furchtlose". Angst muss sie angesichts der Gräueltaten, die man ihr antat, wohl gehabt haben. Doch sie hatte keine Angst, für ihre Gerechtigkeit einzustehen. Und obwohl sie aufgrund ihrer Verletzungen nicht mehr sprechen konnte, entschloss sie sich, nicht mehr zu schweigen.

In Indien ist es für die Frau eine Schande, vergewaltigt worden zu sein

Nirbhaya entfachte damals einen flächendeckenden Massenprotest in Indien. Tausende gingen auf die Straße, um ein gesellschaftliches Tabu zu brechen. In Indien ist es für eine Frau eine Schande vergewaltigt worden zu sein. Frauen werden daher dazu angehalten, diese zu verschweigen. Doch Nirbhayas Schicksal bewegte damals Indien. Und ihre Geschichte ist kein Einzelfall.

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Die südafriakanische Regisseurin Yael Farber wurde auf Nirbhayas Schicksal aufmerksam

Als Nirbhayas Schicksal durch die Medien der Welt wanderte, wurde auch die Regisseurin Yael Farber aus Südafrika von diesem berührt. Sie postete einen Kommentar und wurde von der indischen Schauspielerin Poorna Jagannathan kontaktiert. Sie bat Farber nach Indien zu kommen und ein Theaterstück über Nirbhaya zu schreiben. Farber folgte der Einladung.

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