Amoklauf in Tschechien: Verwirrter Elektriker erschießt acht Menschen und dann sich selbst

In einem Restaurant der tschechischen Stadt Uhersky Brod ist es am Dienstag zu einem Amoklauf gekommen. Ein Mann stürmte das Lokal und schoss wild um sich. Es gab mehrere Tote, auch der Attentäter starb. Möglicherweise sei er geistesgestört, hieß es. Nachbarn haben eine solche Tat längst erwartet.

Bei einem Amoklauf in Tschechien sind am Dienstag insgesamt neun Menschen gestorben. Der Täter schoss in einem Restaurant wahllos um sich, tötete acht Menschen. Nach Eintreffen der Polizei hatte sich der Amokläufer selbst erschossen. Die Polizisten einer Spezialeinheit hätten nicht geschossen, als sie das Restaurant stürmten, teilte ein Polizeisprecher mit. Zuvor waren Verhandlungen gescheitert. Der 62 Jahre alte Schütze hatte in dem Restaurant mit zwei Pistolen wahllos auf die Gäste geschossen. Unter den Getöteten sind nach Angaben der Polizei eine 43 Jahre alte Frau und sieben Männer im Alter zwischen 27 und 66 Jahren. Zum Motiv konnten die Ermittler noch nichts sagen.

Rettungshubschrauber am Schauplatz des Amoklaufs im tschechischen Uherksy Brod. Bild: Radek Salaquarda/dpa

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Amoklauf in Tschechien: Mann schießt in Restaurant wild um sich

Der 62 Jahre alte Mann sei kurz vor halb drei am Nachmittag in das Restaurant Druzba im Zentrum von Uhersky Brod eingedrungen, sagte der Bürgermeister der Stadt im Osten Tschechiens dem Sender CT. Er habe dann mit zwei Faustfeuerwaffen "kopflos um sich geschossen". Chovanec schloss einen Terrorakt aus und sprach von der Tat eines verwirrten Einzeltäters. Das Motiv blieb zunächst unklar. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Mann einen Waffenschein. Es sei aber unklar, ob der Mann auch eine Erlaubnis für den Besitz seiner Waffen gehabt habe.

Es sollen bis zu 25 Schüsse gefallen sein, sagte Bürgermeister Patrik Kuncar. Der Schütze stamme aus dem Ort und sei möglicherweise geistesgestört gewesen. Wie "Spiegel Online" berichtet, haben Nachbarn des Attentäters bereits seit längerem mit einer solchen Tat gerechnet. "Jeder hat damit gerechnet, dass hier mal etwas passiert. Es war ein Irrenhaus", so ein Nachbar. Die Frau des Amokläufers war in der Nachbarschaft als psychisch labil bekannt. Ruhestörungen waren keine Seltenheit.

Mitleidsbekundungen von Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach der tschechischen Bevölkerung ihr Beileid aus. "Es erfüllt mit tiefer Trauer, wenn Menschen Opfer wahlloser Gewalt werden", schrieb sie in einem Telegramm an den tschechischen Regierungschef Bohuslav Sobotka.

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Die Umgebung des Restaurants, in dem sich rund 20 Personen aufgehalten haben sollen, wurde weiträumig abgeriegelt. Innenminister Milan Chovanec und Polizeipräsident Tomas Tuhy eilten an den Tatort. Regierungschef Bohuslav Sobotka zeigte sich "schockiert von der tragischen Attacke", wie der Sozialdemokrat in Prag mitteilte.

Der tschechische Privat-Fernsehsender Prima bestätigte, dass der mutmaßliche Täter vor dem Amoklauf angerufen habe. Der Mitarbeiter habe demnach sofort die Polizei von dem Telefonat verständigt, sagte Prima-Sprecherin Marie Fianova. Die Stadt Uhersky Brod mit etwa 15.000 Einwohnern liegt rund 260 Kilometer südöstlich von Prag unweit der Grenze zur Slowakei.

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zij/bua/fro/news.de/dpa

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