Von news.de-Volontärin Ines Fedder - 24.01.2015, 08.30 Uhr

Gegen Schwulen-Ehe, für kontrollierte Familienplanung: Papst-Franziskus: «Karnickel»-Eklat und Schwulen-Debakel

Es gab viel Hoffnung bei den Homosexuellen Katholiken nach der außerordentlichen Synode im Rom letzten Jahres. Es wurde sogar von einer «pastoralen Wende» gesprochen. Bei einem Besuch auf den Philippinen scheint es, als ob Papst Franziskus nun doch einen Schritt zurück macht.

Papst: Katholiken müssen sich nicht «wie Karnickel» vermehren. Bild: L'osservatore Romano/dpa

Eine umfassende Kirchenumfrage, welche 2013 an alle Bistümer weltweit verschickt wurde, deckte auf: In Bezug auf Sexualität und Familienleben kenne man zwar die Gebote der Kirche, diese ließen sich jedoch nicht mit dem realen Leben vereinbaren. Wenn es um Fremdgehen, Verhütung und Wiederheirat gehe, verdränge man die Regeln ganz einfach.

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Aber selbst, wenn man der Kirche treu ergebens sei, werde man nicht zwangsläufig ein «guter Katholik». Dies erklärte Papst Franziskus indirekt nach einem Besuch auf den Philippinen.

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Papst Franziskus: vermehren wie die Kanickel

«Manche Menschen glauben - entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen», prangerte er im Hinblick auf das Verhütungsmittelverbot in dieser Woche an. Was der Papst eigentlich sagen wollte: Bezüglich der Familienplanung gelte vielmehr das Prinzip der «verantwortungsbewussten Elternschaft». Doch der misslungene «Kanickel-Vergleich» hinterlässt seine Spuren.

Kaninchenzüchter sauer auf den Papst: Kanickel ist nicht gleich Kanickel!

Seitens der Kaninchenzüchter wurde der Papst stark für seine «Karnickel-Äußerung» kritisiert, berichtet die deutsche Presse-Agentur. Man dürfe nicht allen Kaninchen pauschal ein erhöhtes Sexualverhalten unterstellen, so Erwin Leowsky, der Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter. Die sexuellen Ausschweifungen träfen nur auf die freilebenden Tiere zu. Die Fortpflanzung bei Zuchtkaninchen verlaufe hingegen in geordneten Bahnen.

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Papst Franziskus: kontrollierte Familienplanung wichtig

Eine sonderbare Aussage des Papstes, die nicht nur Tierzüchter unnötig aufbrachte, sondern auch weitere Fragen aufkommen lässt. Ist man - selbst wenn man bei der Verhütung nicht zur Anti-Baby-Pille oder anderen künstlichen Mitteln greift - ein schlechter Katholik, wenn man viele Kinder hat? Bietet die katholische Kirche etwa eine andere sichere Verhütungsmethode, von der wir alle noch nichts wussten?

In dieser Hinsicht vertritt Papst Franziskus, anders als sein Vorgänger «Pillen-Paul», eben eine ganz eigene Meinung. Im Vordergrund stehe eine kontrollierte Familienplanung. Aber wie bitte schön soll das funktionieren?

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