Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris
#JesuisAhmed: Exekutierter Polizist war Muslim

Ein Polizist liegt angeschossen am Boden, zwei Maskierte stürmen auf ihn zu und exekutieren den Mann auf offener Straße. Dieses Bild vom Terror-Anschlag auf Charlie Hebdo hat sich in unsere Köpfe eingebrannt. Nun wurde bekannt: Der getötete Polizist war selbst Muslim.

Die Bilder des schrecklichen Terroranschlags auf die Satriezeitschrift Charlie Hebdo in Paris gingen um die Welt. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Ein Amateurvideo zeigt, wie die Attentäter einen Polizisten bei ihrer Flucht regelrecht hinrichten. Noch während der Beamte bereits getroffen auf dem Boden liegt, feuern sie auf den Mann.

Paris jagt die Attentäter auf Charlie Hebdo - die aktuelle Entwicklung hier.

Terroristen morden vor laufender Kamera
Brutale Machtdemonstration
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Attentäter exekutieren Polizisten auf offener Straße - er war Muslim

Wie jetzt bekannt wurde, war der Polizist ein muslimischer Franzose. Ahmed Merabet (42) stellte sich im Dienst der Polizei gegen jene, die behaupten, im Namen Allahs zu handeln - und musste seinen Mut mit dem Leben bezahlen. Die Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34), die Ahmed auf offener Straße exekutierten, hatten während ihrer Gräueltat immer wieder «Allah ist groß» gerufen.

Viele muslimische Franzosen gehen aus Solidarität mit den Opfern auf die Straße. Bild: dpa

#JesuisCharlie und #JesuisAhmed: Die Welt trauert um die Terror-Opfer

Für viele Muslime, die um die Opfer des Anschlags trauern und ihn aufs Schärfste verurteilen, ist Ahmed Merabet zum Symbol geworden. Neben dem Hashtag #JesuisCharlie hat sich im Netz daher auch der Hashtag #JesuisAhmed etabliert. Er steht für eine Glaubensgemeinschaft, die das Attentat auf Charlie Hebdo genauso schockiert hat wie den Rest der Welt, die gleichzeitig aber auch im ihre Akzeptanz in eben dieser Welt mehr denn je fürchtet.

#JeSuisCharlie: Die Promis zeigen sich geschockt.

FOTOS: Karikaturen aus aller Welt Die Solidarität mit Charlie Hebdo in Bildern
zurück Weiter Karikaturisten auf der ganzen Welt solidarisieren sich mit den Opfern von Charlie Hebdo. (Foto) Foto: ©harm / toonpool.com Kamera

Angst vor Anschlägen aus muslimische Einrichtungen wächst

So drückte der Vorstand der Sehitlik-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln, Ender Cetin, seine Sorge über mögliche Anschläge auf Moscheen in Deutschland aus. Die Vorbehalte gegenüber Muslimen wüchsen. «Wir machen uns Sorgen. Die Angst ist da, dass Pegida wieder stärker wird und wieder Anschläge passieren auf Moscheen», sagte Cetin am Freitag im Inforadio des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Die muslimische Gemeinschaft hofft jedoch, dass die schrecklichen Ereignisse die Gesellschaft nicht weiter spalten - und bringt diese Hoffnung im Hashtag #JeSuisAhmed zum Ausdruck. Polizist Ahmed Merabet war übrigens nicht der einzige Muslim, der dem Angriff zum Opfer fiel. Auch der algerische Journalist Mustapha Ourrat, der für Charlie Hebdo arbeitete, bezahlte seinen Einsatz für die Freiheit mit dem Leben.

VIDEO: Schock und Trauer über den Terrorakt in Paris

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zij/news.de/dpa

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