Von news.de-Volontärin - 25.12.2014, 08.00 Uhr

Kuriose Religionen: Sie kiffen, um Gott nah zu sein

Von wegen nur fünf Weltreligionen! Die Welt des Glaubens ist bunt und skurril. So beten einige das Fliegende Spaghettimonster an, in Mexiko wird der Totenkult dem Christentum vorgezogen und auf Jamaika wird gekifft, um Gott nah zu sein.

Religionen beeinflussen nicht nur Wertvorstellungen, sondern auch menschliches Verhalten, Denken und Fühlen. Gläubige Menschen bekennen sich zu einem oder auch mehreren übernatürlichen Göttern und zweifeln nicht an deren Existenz. Neben den fünf Weltreligionen gibt es allerdings noch unzählige andere. Darunter auch teils skurrile Glaubensrichtungen.

Bei Rastafaris gehört Kiffen zu den Ritualen. Bild: picture-alliance / dpa / Daniel Karmann

Rastafaris: Kiffen, um Gott nah zu sein

Die Glaubensrichtung der Rastafari entstand 1930 in Jamaika und ist dem Christentum entsprungen. Die Bewegung steht in engen Zusammenhang mit der Back-to-Africa-Bewegung und der Prophezeiung eines mächtigen schwarzen Königs in Afrika. Die gläubigen Rastas verehren daher ihren eigenen Messias Haile Selassies, ehemaliger Regent von Äthiopien. Etwa 24.000 der drei Millionen Jamaikaner bekennen sich zu diesem Glauben. Rastafaris lehnen Alkohol und Tabak ab, ernähren sich vegan und verzichten auf Salz. Aber dafür kiffen sie. Zu den Ritualen gehört es nämlich, gemeinsam Cannabis zu rauchen. Rastafaris brauchen dies zum Meditieren und zum Nachdenken.

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Nudeliger Protest: Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters

Anders als die Rastafaris sind die Pastafaris Anhänger einer Protestbewegung. Wie die Christen an Gott glauben die Pastafaris an das Fliegende Spaghettimonster. 2005 gründete der US-amerikanische Physiker Bobby Henderson diese Religion, die eher als Protest gegen den vorherrschenden Kreationismus in den USA zu verstehen ist. Anders als bei anderen Glaubensrichtungen gibt es hier ein klares Abbild der Gottheit. Die Nudelanhänger beten nämlich eine große Portion Spaghetti mit Fleischbällchen an. «Piraten sind sein auserwähltes Volk. Von ihnen stammen die heutigen Menschen ab. Was sich auch wissenschaftlich belegen lässt, denn die Übereinstimmung der DNS der heutigen Menschen mit den Piraten ist viel größer als mit der von Affen», steht auf der Webseite des Vereins der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland.

Es gibt Menschen, die glauben an das Fliegende Spaghettimonster. Bild: Screenshot Twitter / _blickwinkel_

Kürzlich sorgten Pastafari sogar im verschlafenen Brandenburg für einen kleinen Skandal. Die Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters wollten in Templin eine Nudelmesse abhalten und hängten dafür sogar einen offiziell genehmigten Gottesdiensthinweis unter das Schild der anderen Kirchen im Ort. Die evangelische, katholische und freikirchliche Gemeinden fanden dies jedoch alles andere als lustig, da die Nudelanhänger mit ihrer Kirchenkritik nicht hinterm Berg bleiben.

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Santa Muerte, die Schutzheilige der mexikanischen Unterwelt

Ganz anders in Mexiko, in Kuba und in den USA: Dort ist der Glaube an Santa Muerte weit verbreitet. Auch wenn sie die am schnellsten wachsende religiöse Bewegung der Welt ist, ist dieser Glaube äußerst skurril. Europäern ist diese Religion wohle erst durch die amerikanische Erfolgsserie Breaking Bad ein Begriff. Santa Muerte bedeutet «heiliger Tod». Sie gleicht in ihrer Darstellung der Jungfrau Maria – nur eben als Skelett mit Sense. 2001 hat der Totenkult sein Schattendasein verlassen und wird seit dem auch öffentlich zelebriert. Vorher haben die Menschen ihre eigenen Schreine im Kleiderschrank versteckt. Mittlerweile wird Santa Muerte wie ein Popstar gefeiert - Fanartikel inklusive.

Der Glaube an Santa Muerte ist wirklich skurril. Bild: picture-alliance / dpa / Klaus Blume

In Mexiko gehört der Tod zum Alltag. Somit ist es auch absolut nicht verwunderlich, dass der Totenkult gerade dort so beliebt ist. Seit 2006 sind ungefähr 80.000 Menschen in dem mittelamerikanischen Staat ermordet worden. Einer der Hauptgründe: Der unerbittliche Drogenkrieg. Die Menschen sehen in Santa Muerte eine Schutzheilige. Mit der Kraft von drei farbigen Kerzen können Anhänger die Skelett-Göttin beschwören. Weiß steht für Heilung, Frieden und Wohlstand. Rot für Liebe, Arbeit sowie Gerechtigkeit und Schwarz für dunkle Mächte. Der katholischen Kirche ist der Totenkult ein Dorn im Auge – gleichzusetzen mit schwarzer Magie. Santa Muerte schließt im Gegensatz zum Vatikan niemanden aus. Homosexuelle, Transgender und andere Sünder sind gleich. Denn der Tod holt jeden.

FOTOS: Sekten und Religionen Glauben in Deutschland

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fro/news.de

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