Wintersturm 2014 aktuell: Orkane Alexandra & Billie: Zwei Tote nach Sturmtief

Die zwei Orkane «Alexandra» und «Billie» gefährden Deutschland. Die Nordseeküste und die Mittelgebirge sind besonders stark betroffen. Bis Freitag rechnen Meteorologen mit Stürmen bis Windstärke 12. Antworten zum Wintersturm 2014: Welche Regionen sind in Gefahr? Wie schlimm wütet «Alexandra»?

Orkan «Alexandra» sorgt besonders an der deutschen Küste für gewaltige Stürme. Bild: picture-alliance / dpa / Wolfgang Runge

Sturmtief «Billie» 2014 aktuell: Zwei Tote in Frankfurt und Goslar

Sturmtief «Billie» hat in Deutschland tödliche Folgen. Zahlreiche Bäume knickten durch den heftigen Sturm ein - mit zum Teil tödlichen Folgen. In Goslar in Niedersachsen kam ein 22 Jahre alter Autofahrer ums Leben, als ein Baum auf sein Auto stürzte. Der junge Mann starb auf dem Weg in die Klinik. Ebenfalls von einem Baum erschlagen wurde ein 47 Jahre alter Autofahrer in Frankfurt am Main. Er starb noch an der Unfallstelle. Ein zweiter Wagen wurde ebenfalls beschädigt, der Fahrer blieb aber unverletzt.

Orkan «Alexandra» 2014 aktuell: Sturmtief «Billie» wirbelt kräftig

Zwar zieht «Billie» von der Nordsee über Dänemark auf die Ostsee hinaus, es bleibt aber auch in den kommenden Tagen weiterhin stürmisch und nass. In Westdeutschland fallen dabei innerhalb von 24 Stunden bis zu 40 Liter Regen. Mit Schnee rechnen die Meteorologen nur in Höhenlagen oberhalb von 700 Metern - im restlichen Land bleibt es mit Temperaturen um 10 Grad dazu zu warm. Wegen des heftigen Sturms wurden am Freitag in Bremen die Weihnachtsmärkte erst einmal geschlossen. Das Stadtamt ordnete die Schließung an, weil für den Nachmittag bis zu Windstärke 10 erwartet wurde. Nach der Vorhersage des DWD in Offenbach sollte der Sturm in der Weser-Ems-Region in Böen bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen und erst am Abend wieder abnehmen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartete, dass am Freitagabend das Hochwasser an der niedersächsischen Nordseeküste bis zu 50 Zentimeter höher als normal aufläuft. Eine Sturmflut beginnt erst bei Wasserständen von 1,50 Metern über dem normalen Hochwasser. «Billie» und Vorgängertief «Alexandra» hatten bereits am Mittwoch und Donnerstag vor allem auf den britischen Inseln Schäden angerichtet. Einen alles andere als schönen Vorgeschmack auf den Winter bekamen am Donnerstagabend zahlreiche Autofahrer in Osthessen. Nach einem kurzen, aber kräftigen Schneeschauer stauten sich die Autos auf einer Länge von insgesamt 50 Kilometern, wie eine Polizeisprecherin sagte. Auf der Autobahn 5 kam der Verkehr in beiden Richtungen zum Erliegen, weil vor allem Lastwagen in steilen Abschnitten nicht mehr fahren konnten. Nach drei Stunden rollte der Verkehr aber wieder normal.

Orkan «Alexandra» und «Billie» 2014 aktuell: Orkanböen in ganz Deutschland am Freitag

Sturmtief «Billie» trifft Deutschland auf seinem Weg zur Ostsee mit teilweise extremen Orkanböen. Betroffen sind vor allem die Mittelgebirge. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach rief am Freitag für den Harz seine höchste Warnstufe aus. Bereits am Morgen wurden nach DWD-Angaben dort auf dem 1141 Meter hohen Brocken Windgeschwindigkeiten von 138 Stundenkilometern gemessen. In Nordrhein-Westfalen fiel zudem starker Regen. Lediglich der Südosten Deutschlands blieb von dem Unwetter zunächst verschont.

Zwar zieht «Billie» von der Nordsee über Dänemark auf die Ostsee hinaus, es bleibt aber auch in den kommenden Tagen weiterhin stürmisch und nass. In Westdeutschland fallen dabei innerhalb von 24 Stunden bis zu 40 Liter Regen. Mit Schnee rechnen die Meteorologen nur in Höhenlagen oberhalb von 700 Metern - im restlichen Land bleibt es mit Temperaturen um 10 Grad dazu zu warm.

Der ADAC warnt vor längeren Fahrtzeiten.

Sturmtief «Billie» 2014 aktuell: Milde Temperaturen vor Weihnachten

Sturmtief «Alexandra» liege derzeit über der Küste Norwegens. Das Randtief «Billie» werde die Wirkung von «Alexandra» am Freitag und Samstag verstärken. Erst am Sonntag sollen die Sturmtiefs abflauen. Dann wird es auch wieder merklich kälter - maximal sind vier bis sechs Grad drin. Sonntagnacht klart es mancherorts auf, es ist mit leichtem Frost und glatten Straßen zu rechnen. «Bis auf weiteres bleibt uns das wechselhafte Wetter erhalten», sagte Ruppert.

Derweil hat «Alexandra» für erste Schäden gesorgt. Zahlreiche Bäume hielten dem Sturm in Kiel nicht Stand.

Orkan «Alexandra» 2014 aktuell: DWD warnt vor Sturmböen

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, wird es auch am heutigen Donnerstag stürmisch in Deutschland. An den Küsten und in höheren Lagen der Mittelgebirge fegen heftige Sturmböen. Aber auch im Flachland wird es zunehmend stürmischer. Im Tagesverlauf legt der Wind erneut zu. im Flachland muss mit stürmischen Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern.

Es wird windig: An der Nordseeküste und in den Mittelgebirgen soll es Stürme bis Windstärke 12 geben. Bild: Foto: Ingo Wagner/Archiv

Orkan «Alexandra» 2014 aktuell: Sturmböen am Donnerstag in Deutschland

Zwar verliert «Alexandra» am Donnerstag an Kraft, doch über dem Atlantik entwickelt sich mit «Billie» bereits ein neues Tief, das voraussichtlich am Freitag auf Deutschland treffen wird. Immerhin: «Billie» bringt nicht nur Sturm, sondern auch deutlich mildere Luft. Zum Wochenende erwarten die Wetterforscher daher bereits wieder Temperaturen von bis zu elf Grad - von Schnee ist da keine Spur. In Ski-Gebieten wie etwa dem Feldberg im Schwarzwald, der am Samstag in die Saison startet, müssen Wintersportler daher vor allem auf Kunstschnee bauen. «Ein Wintereinbruch ist nicht in Sicht», sagte eine DWD-Meteorologin. Auch in Alpennähe sollen die Temperaturen erst einmal wieder deutlich nach oben gehen.

«Alexandra» ist mit einem Kerndruck von 955 Hektopascal (hPa) ein deutlich stärkeres Tiefdruckgebiet als Orkan «Kyrill», der mit 960 hPa im Januar 2007 über Deutschland hinwegfegte. Auch «Lothar», der an Weihnachten 1999 wütete, brachte es nur auf einen Minimalwert von 962 hPa. Deutschlandweit wurde der tiefste Druck am 27. November 1983 mit 954,4 hPa in Emden in Niedersachsen gemessen.

Winter-Orkan «Alexandra» 2014 aktuell: Deutschland im Visier, Sturmböen an Nordseeküste und Mittelgebirge

Ein ungewöhnlich starkes Orkantief über dem Atlantik beschert Deutschland schwere Orkanböen. An der Nordseeküste und in den Mittelgebirgen erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Freitag Stürme bis Windstärke 12. Bereits jetzt wird die Nordseeküste von Schneeregen und Sichtweiten unter zehn Meter geplagt.

Selbst über das Flachland fegt der Wind mit in den kommenden Tagen mit bis zu 70 Stundenkilometer hinweg, wie der DWD am Mittwoch in Offenbach mitteilte.

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Winter-Orkan «Alexandra»: Von Island direkt nach Deutschland

Auf Helgoland wurde in der Nacht zum Mittwoch bereits eine Windgeschwindigkeit von 101 Stundenkilometern gemessen, auf Sylt 97 und auf dem Brocken im Harz sogar 123. Ursache ist Tief «Alexandra», das südöstlich von Island liegt und zum Nordmeer weiterzieht. Es bringt aber nicht nur Sturm, sondern auch milde Luft nach Deutschland: Für Freitag erwarten die Wetterforscher bereits wieder Temperaturen von bis zu elf Grad - von Schnee ist da keine Spur.

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Orkan «Alexandra»: Monsterwellen und Sturmböen mit bis zu 180 Stundenkilometer

Orkan «Alexandra» bringt bereits große Teile Europas zum Zittern. Wie das Europäische Zentrum für Mittelfristprognosen (ECMWF) mitteilte, peitschte das Orkantief in den frühen Morgenstunden mit Geschwindigkeiten von etwa 180 Stundenkilometern über den Atlantik. Metereologen erwarten bis zu 20 Meter hohe Monsterwellen an den Atlantikküsten. Mitunter erreicht das Wasser sogar die Höhe von fünfgeschossigen Gebäuden.

FOTOS: Herbststürme So toben Orkane über Deutschland
zurück Weiter Ein geknicktes Ortsschild in Thüringen: Orkan «Christian» hinterlässt eine Schneise der Verwüstung in Deutschland. (Foto) Foto: dpa/Michael Reichel Kamera

Diese Regionen sind vom Wintersturm «Alexandra» aktuell betroffen

Laut Deutschem Wetterdienst müssen vor allem die exponierten Kamm- und Gipfellagen vor Orkan «Alexandra» zittern. Hier kann es zu schweren Sturmböen bis Windstärke 10 kommen. Auf dem Brocken im Harz sind Orkanböen bis Windstärke 12 möglich.

Orkan «Alexandra»: Windstärken-Übersicht - vom lauen Lüftchen zum tosenden Orkan

Windgeschwindigkeiten werden nach der Beaufort-Skala gemessen. Sie wurde 1806 von dem englischen Admiral Francis Beaufort (1774-1857) entwickelt. Die einzelnen Windstärken:

- 0: Windstille, Geschwindigkeit unter 1 km/h, Rauch steigt senkrecht.

- 1: leiser Luftzug, 1 bis 5 km/h, Windrichtung am Rauch erkennbar.

- 2: leichte Brise, bis 11 km/h, Blätter bewegen sich.

- 3: schwache Brise, bis 19 km/h, Wind bewegt dünne Zweige.

- 4: mäßiger Wind, bis 28 km/h, Wind hebt Staub und loses Papier.

- 5: frische Brise, bis 38 km/h, Bäume beginnen zu schwanken.

- 6: starker Wind, bis 49 km/h, starke Äste schwanken.

- 7: steifer Wind, bis 61 km/h, ganze Bäume bewegen sich.

- 8: stürmischer Wind, bis 74 km/h, Zweige brechen von Bäumen.

- 9: Sturm, bis 88 km/h, kleine Schäden am Haus, Dachziegel fallen.

- 10: schwerer Sturm, bis 102 km/h, große Hausschäden, Bäume brechen.

- 11: orkanartiger Sturm, bis 117 km/h, entwurzelte Bäume.

- 12: Orkan, ab 118 km/h, schwere Verwüstungen.

Historische Sturmfluten in Norddeutschland
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Großbritannien bereits von Winter-Orkan «Alexandra» verwüstet

In Großbritannien hat Orkan «Alexandra» bereits großen Schaden angerichtet. Orkanböen, meterhohe Wellen und Schneestürme haben die Insel im Nordatlantik stark verwüstet. Eine Gewitterfront hat am Morgen die Küsten im Norden getroffen, Fähr- und Zugverbindungen wurden unterbrochen und mehr als 17.000 Menschen wurden vom Stromnetz getrennt.

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fro/bua/news.de/dpa

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