Von news.de-Redakteur - 09.12.2014, 09.11 Uhr

Vergewaltigungsprozess: Freispruch: «Wichste» Karl Dall nach «geilen Mails»?

Karl Dall wurde vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Im Mittelpunkt der Verhandlung standen am Dienstag: Dalls mögliche Impotenz, schlüpfrige Sex-Mails und mit «Ich will dich jetzt ficken» die rüde Aufforderung zum Geschlechtsverkehr. Doch den herben Vorwürfen fehlte es an Beweisen.

Karl Dall wurde freigesprochen. Das Gericht sprach ihm eine Entschädigung von 10.000 Franken zu. Bild: dpa

Diese Scheibe war ein Hit: «Ich bin der Mann von dem man träumt.» Karl Dall nahm die Single 1990 auf. Man lachte über seine Mimik zu lustigen Reimen: «Ich bin die Sünde in Person, die meisten Mädels wissen's schon... Ich bin kein simples Lustobjekt, das unter jeder Decke steckt.» Da war der norddeutsche Blödelbarde 49. Mit 73 hatte er seinen Auftritt vor Gericht in Zürich. Ganz ohne Jux und Dallerei. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, eine Journalistin vergewaltigt zu haben.

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Freispruch! Vorwurf der Vergewaltigung wegen mangels an Beweisen vom Tisch

Der deutsche Entertainer kann seit Dienstagabend jedoch aufatmen. Er ist vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Das Bezirksgericht Zürich-Limmat kam zu dem Schluss, dass keine hinreichenden Beweise gegen den 73-Jährigen vorliegen und folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Die Aussagen der Frau hätten viele Ungereimheiten enthalten. Aussagen, bei denen hinlängliche Beweise fehlten.

Karl Dall unter Vergewaltigungs-Verdacht: «Ich bin doch nicht George Clooney»

Kam es zum Geschlechtsverkehr wider Willen? Aussage stand gegen Aussage. Niemals, sagt Karl Dall. Nicht freiwillig und schon gar nicht erzwungen. «Nichts davon ist wahr», sagt der Entertainer gleich mehrmals, als er beim Prozessauftakt zum Vorwurf Stellung nimmt, er habe eine freischaffende Journalistin aus der Schweiz mit Gewalt zum Sex gezwungen. Aber ja doch, hält die Frau dagegen. Sie bleibt bei ihrer Darstellung, Dall habe sie festgehalten und dann vergewaltigt.

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Auch das illegal aufgenommene Tonbandvideo kam zur Sprache, auf welchem der Komiker zu hören sein soll: «Ich habe seit Jahren nicht mehr gevögelt. Du warst mein Rückfall. Ich hatte eigentlich damit abgeschlossen», zitiert der Richter daraus laut blick.ch. Und mehr noch: Wie Bild Online berichtet, habe der Richter eine schlüpfrige E-Mail vorgelesen, die angeblich von Dall stammen soll - datiert vor der angeblichen Vergewaltigung: «Als heute früh deine ersten geilen Mails kamen, habe ich gewichst und vorher noch mal», habe der Komiker am 26. August 2013 geschrieben.

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