Flauschiges Gadget: Putziger Roboter-Pinguin auf Forschungstrip

Straßburger Wissenschaftler bauten einen Pinguin-Roboter, um scheue Königs- und Kaiserpinguine in ihrem natürlichen Lebensraum zu erforschen. Denn der Fake-Pinguin senkt Stress und ermöglicht genauere Daten.

Polarforscher, die sich für das Leben wild lebender Kaiserpinguine interessieren, stehen vor einer ganz besonderen Herausforderung. Um beispielsweise Daten zur Herzschlagrate der Pinguine aufzunehmen, müssen die Wissenschaftler sehr nah an die Tiere herankommen. Da die Vögel jedoch schnell Stressreaktionen zeigen, wenn sich Menschen nähern, würde diese Vorgehensweise die Daten verfälschen.

Roboter-Pinguin erforscht Kaiserpinguine in ihrem natürlichem Lebensraum. Bild: Twitter / WTOP

Um die Tiere zu schonen und zugleich an genauere Messergebnisse zu gelangen, setzten Antarktis-Forscher aus Straßburg auf einen als Baby-Pinguin verkleideten Roboter auf Rädern, so das Online-Portal Spektrum.de.

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Fake-Pinguine im Dokumentarfilm

Ganz neu ist diese Idee jedoch nicht. Im BBC-Dokumentarfilm «Penguins – Spy in the Huddle» setzte das Filmteam täuschend echte Pinguin-Attrappen ein, die in ihrem Inneren eine Kamera enthielten. Dies ermöglichte ihnen, atemberaubende Bilder im natürlichen Lebensraum der sonst so scheuen Vögel aufzunehmen. Der Clou an der Sache: Um Pinguinküken auf Augenhöhe filmen zu können, bedienten sich die Filmemacher cleveren Tricks. Neben einer so genannten «Ei-Cam» – einer Kamera in Form eines Eies – bauten sie auch einen ausgewachsenen Kaiserpinguin nach. Dieser bewegte sich jedoch nicht im typischen watschelnden Gang der Pinguine fort, sondern schlitterte über Schnee und Eis.

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Messroboter im Pinguinkostüm

Die vom Straßburger Forscherteam um Yvon le Maho entwickelte Pinguinküken-Attrappe hat allerdings wesentlich mehr auf dem Kasten als die getarnten Kameras. Sie enthält Messinstrumente, die Wissenschaftlern unter anderem Daten zur Herzschlagrate der Pinguine liefern. Dazu liest der im Pinguinpelz befindliche Messroboter implantierte Chips aus und funkt diese Informationen zusammen mit GPS-Daten an den Laptop der Wissenschaftler. In ihrer kürzlich veröffentlichten Studie demonstrierten die Polarforscher, dass wilde Pinguine in Gegenwart des Roboterkükens deutlich weniger und kürzere Stressreaktionen zeigten als in der Nähe von Menschen. Der Fake-Pinguin nützt damit Forschern und Pinguinen gleichermaßen und ist daher mehr als nur ein putzig anzusehendes Gadget.

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sam/fro/news.de

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