03.11.2014, 10.23 Uhr

Rührender Abschiedsbrief: Krebskranke Brittany Maynard beendet ihr Leben

Es war ein öffentlicher Countdown bis zum Tod: Statt sich der zerstörerischen Kraft ihres Gehirntumors hinzugeben, nahm Brittany Maynard ihr Ableben in die Hand. Nun ist sie im Alter von 29 Jahren wie angekündigt gestorben. Ihre Familie stand bis zuletzt hinter ihr. Auf Facebook postete sie noch ein paar rührende letzte Worte.

Was der Gehirntumor mit ihr anrichten würde, wollte Brittany Maynard nicht miterleben. Bild: Compassion & Choices/dpa

Zum Schluss ging alles so, wie sie es sich unter diesen Umständen gewünscht hatte. Brittany Maynard lag im Schlafzimmer, umgeben von Menschen, die sie liebte. Ihren Mann, ihre Mutter, ihren Stiefvater und ihre beste Freundin wollte sie in diesen letzten Momenten ihres Lebens um sich haben. Die tödlichen Medikamente aus den gelben Plastikbehältern hatte die Krebskranke wie geplant eingenommen - dann setzte der Tod ein. Die an einem schweren Gehirntumor leidende 29-Jährige ist am Samstag wie angekündigt gestorben, wie die Organisation «Compassion & Choices» am Sonntag (Ortszeit) bestätigte.

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Brittany Maynard: Öffentlicher Suizid im Kampf für die aktive Sterbehilfe

Wochenlang hatte die Amerikanerin die Geschichte ihres Leidens erzählt, hatte Interviews gegeben und sich mit bewegenden Video-Botschaften an ein Millionenpublikum gewandt. Fest stand, dass das Krebsgeschwür sie nach ärztlicher Diagnose in wenigen Monaten qualvoll töten würde. Ihre Entscheidung, stattdessen mit einer Art öffentlichem Suizid dafür zu kämpfen, dass todkranken Menschen selbst über ihr Ableben entscheiden können, fachte die Debatte um aktive Sterbehilfe neu an. Hat der Mensch das Recht, sein eigenes Leben vorzeitig zu beenden, wenn ihn eine tödliche Krankheit befällt? Maynard war davon überzeugt, und nutzte nun ihren eigenen Tod, um für andere Menschen in ähnlichen Lebenslagen zu kämpfen.

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Brittany Maynard: Eine unglaubliche Frau, welche die Sterbehilfe-Debatte neu entfachte

«Es lässt sich auf keine Weise vorhersagen, wann Deine Krankheit übernimmt und sämtliche Lebensqualität zerquetscht», sagte die Sprecherin von «Compassion & Choices», Gwen Fitzgerald, der Nachrichtenagentur dpa nach Maynards Tod. Sie sei eine «unglaubliche Frau» gewesen und habe einen internationalen Dialog gestartet, der bestehende Regelungen zur Sterbehilfe nun erneut infrage gestellt habe.

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Rührender Abschiedsbrief von Brittany Maynard

Maynard war mit ihrer Familie extra aus Kalifornien ins nördlich gelegene Oregon gezogen, wo Sterbehilfe wie in vier anderen der 50 US-Staaten erlaubt ist. Mit Hilfe des sogenannten «Death with Dignity Act» (Gesetz für ein Sterben in Würde) bekamen seit 1997 bereits 1173 Sterbenskranke ein tödliches Betäubungsmittel verschrieben, 752 nahmen sich damit tatsächlich das Leben. Maynard habe sich gewünscht, dass Patienten in ihrem Heimatstaat ähnliche Rechte genießen würden, heißt es im Nachruf der Familie, der am Sonntag auf Maynards Website auftauchte. «Die Freiheit liegt in der Wahl», habe sie geglaubt.

 

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