Architektur: Voll im Kostenplan: Berliner Stadtschloss wächst

Berlin - Eine Großbaustelle in Berlin ohne Probleme: Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses liegt nach Angaben der Bauherrin voll im Zeit- und Kostenplan.

Voll im Kostenplan: Berliner Stadtschloss wächst Bild: Rainer Jensen/dpa

Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung durch Bundespräsident Joachim Gauck sei der Rohbau bereits zu zwei Dritteln fertig und im zweiten von vier Obergeschossen angelangt, sagte Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung Berliner Schloss, am Mittwoch. Die Stiftung ist Bauherrin dieses bedeutendsten Kulturbauvorhabens Deutschlands bis 2020. «Ich bin überzeugt, dass wir mit den geplanten Baukosten von 590 Millionen Euro auskommen», ergänzte Rettig.

Im Dezember soll der Rohbau fertig sein, für Frühjahr 2015 ist das Richtfest geplant. Im zweiten Halbjahr 2019 soll der Bau als Humboldt-Forum eröffnet werden. Dort wollen die Berliner Museen ihre Schätze der außereuropäischen Kulturen zeigen, die Humboldt-Universität präsentiert international vernetzte Wissenschaft und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin will die Globalisierung mit einer «Welt der Sprachen» erlebbar machen.

«Hier entsteht ein neues urbanes Zentrum, ein Bindeglied zwischen Kunst, Kultur und der historischen Mitte Berlins», sagte Rettig, der bereits zahlreiche andere Großbauten des Bundes in Berlin leitete. «Das Humboldt-Forum wird zur Visitenkarte eines weltoffenen Deutschlands im 21. Jahrhundert.»

Bei einem Presserundgang über die Baustelle zeigte der Stiftungsvorstand die eindrucksvollen Proportionen des Schlosses auf einer Grundfläche von drei Fußballfeldern. Die Tag und Nacht geöffnete Fußgängerpassage von 75 Metern Länge und 15 Metern Breite quer durch das Schloss sowie der große, von außen zugängliche Schlüterhof sollen später die Durchlässigkeit des Gebäudes und seinen Anspruch eines neuen Stadtzentrums widerspiegeln.

Die große Eingangshalle am westlichen Haupteingang gegenüber der Bauakademie ist allein 900 Quadratmeter groß und wird in 30 Metern Höhe von einem Glasdach überdeckt. Das Foyer ist als Eventbereich für große Veranstaltungen und Ausstellungen geplant. Daran schließen sich ein großes Auditorium (500 Besucher) und ein Multifunktionssaal an. Geplant sind außerdem Restaurants, ein Museumsshop und - wenn genügend Spenden zusammenkommen - ein Dachrestaurant.

Am Sonntag (1. Juni) können Touristen und Berliner beim Tag der offenen Baustelle einen Blick in ihr künftiges Schloss werfen. Vor einem Jahr, als nur der Grundstein zu besichtigen war, kamen bereits 15 000 Besucher.

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news.de/dpa

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