Drama in Indien: Oma kettet behinderten Enkel an Bushaltestelle an

Es sind harte Maßnahmen, die eine Großmutter in Indien ergreift: Damit sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen kann, kettet sie ihren behinderten Enkel jeden Tag an einer Bushaltestelle fest. Denn sie befürchtet, er könnte ansonsten weglaufen und überfahren werden.

Jeden Tag wird der kleine Lakhan von seiner Gromutter hier festgebunden. Bild: news.de-Screenshot/ YouTube/ FLYEAGLE

Es ist ein Familien-Drama, das ganz Indien berührt. Wie das Nachrichtenportal Focus Online berichtet, wurde der neunjährige Lakhan Kale jeden Tag von seiner Großmutter an einer Bushaltestelle in der Millionenmetropole Mumbai festgebunden. Der Grund: Sie wollte in Ruhe zur Arbeit gehen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Neunjährige davonläuft und dabei womöglich überfahren wird.

Lakhan Kale: Von der Großmutter festgekettet

Denn Lakhan Kale ist behindert. Er leidet an Kinderlähmung und Epilepsie, ist zudem taub und stumm. Weil sein Vater vor vier Jahren starb und seine Mutter ihn daraufhin im Stich gelassen hat, kümmert sich seitdem die 66 Jahre alte GroßmutterSakhubai Kale um ihren Enkel. Doch die Beiden leben auf der Straße. Um wenigstens etwas Geld zu verdienen, muss Lakhans Oma arbeiten gehen. Doch ihren Enkel kann sie nicht mitnehmen. Ihre einzige Möglichkeit: Sie muss den Neunjährigen an der Bushaltestelle anketten, kann ihn nirgendwo anders lassen. Ein zu Hause gibt es schließlich nicht. «Was soll ich sonst tun? Er kann nicht sprechen. Wie soll er sich bemerkbar machen, wenn er sich verirrt», zitiert Focus Online die Großmutter.

Lakhan Kale lebt mittlerweile in einem Kinderheim in Mumbai

Vergangene Woche berichtete eine lokale Tageszeitung über das Schicksal von Lakhan Kale. Das Kinderhilfswerk wurde auf den Jungen aufmerksam und brachte ihn in einem Kinderheim in Mumbai unter. Für die Großmutter das Beste, was passieren konnte. Denn un wird für ihren Enkel gesorgt: «Ich bin überglücklich. Ich habe mir nichts anderes gewünscht, als dass für Lakhan gesorgt wird.»

Doch Lakhans Schicksal ist laut Focus Online bei weitem kein Einzelfall. Eltern mit behinderten Kindern sind in Indien vollkommen auf sich allein gestellt. Unterstützung vom Staat gibt es nicht. Deswegen kommen die Betroffenen oftmals nicht umhin, ihre Kinder einzuschließen, um arbeiten gehen zu können.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fro/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

0 Kommentare
Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser