Transgender-Plakat für Life Ball 2014: Frau mit Penis bringt Wien auf die Palme

Dass Mannfrau Conchita Wurst den Sieg beim ESC 2014 für Österreich abräumte, wurde als Zeichen von Toleranz und Weltoffenheit gewertet. Zum ersten Mal seit Oslo ist Conchita jetzt in Wien aufgetreten. Doch ihr Heimatland ist offenbar nocht nicht bereit für Transgender: Eine Frau mit Penis auf einem Plakat ist zu viel.

Drag-Queen Conchita Wurst hat nach ihrem ESC-Sieg 2014 erstmals wieder für ihre Fans in Wien gesungen. Gleich zweimal ließ sie auf dem Ballhausplatz ihren Märchen-Song «Rise Like A Phoenix» erschallen - und statt sich wie geplant auf dem Kanzleramtsbalkon beklatschen zu lassen, suchte Conchita das Bad in der Menge.

Doch so sehr ein Teil Österreichs seiner Conchita Wurst zujubelt, das neue Image als Vorreiter in Sachen Toleranz und Akzeptanz ist dem Land noch zu groß. Ein Plakat, das für die Life Ball 2014 wirbt, bringt viele Wiener total aus der Fassung. Darauf zu sehen ist ein Gleichnis von Adam und Eva im Paradies, nur dass Eva neben Brüsten auch die Geschlechtsteile eines Mannes hat - und zwar unzensiert.

Plakat zum Life Ball 2014: Künstler zeigt Frau mit Penis

So hängt das Plakat aktuell an zahlreichen Wänden in Österreichs Hauptstadt Wien, um für die größte Benefiz-Veranstaltung in Europa zugunsten HIV-infizierter und Aids-Kranker zu werben. Das Motiv stammt von dem Künstler David LaChapelle. Er wolle damit die «Seele des Menschen» darstellen, wie «krone.at» ihn zitiert. Doch viele Wiener sehen das offenbar anders.

FOTOS: Wiener Life Ball In sexy Outfits gegen AIDS
zurück Weiter Schrill, bunt und mit viel Glitzer präsentierten sich die Gäste des Life Ball 2013 in Wien. (Foto) Foto: picture alliance/dpa Kamera

Wiener kritisieren Plakat als «obszön» und jugendgefährdend

So seien beim Österreichischen Werberat etliche Beschwerden eingegangen, die das Plakat als «obszön» anprangern. Einige sehen das Kindeswohl in Gefahr und würden das Motiv am liebsten verbieten lassen. Die rechtspopulistische Partei FPÖ sieht den Ethik-Kodex der Werbewirtschaft verletzt und forderte eine «klare Verurteilung dieses geschmacklosen Sujets».

Andere hingegen lobten die Darstellung mit weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmalen, wie «krone.at» weiter schreibt. Von einem «wunderschönen Menschen» und einer «sehr äthestischen» Darstellung ist da die Rede. So bewerten es auch die Veranstalter des Life Balls, die für Respekt ohne Grenzen werben, und das Model auf dem Plakat Carmen Carrera. «Meine Botschaft lautet: Schönheit hat kein Geschlecht», sagt sie stolz.

Was halten Sie von dem provokativen Plakat! Geht die Darstellung zu weit? Diskutieren Sie mit in der Kommentarbox unter diesem Artikel.

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zij/iwi/news.de

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12 Kommentare
  • Drachensteppen

    20.05.2014 15:11

    Menschsein definiert sich nicht durch das Geschlecht (wäre es so, wer wäre dann der bessere Mensch, der mit oder der ohne Penis?). Da alle Menschen Rechtsgleichheit genießen (so zumindest laut Charta der Menschenrechte) und die Dartsellung des nackten menschlichen Körpers (vorranging der der Frau) schon immer ein Mittel der Kunst war, hat jede Form des menschlichen Körpers doch das Recht dargestellt zu werden. Hermaphroditen sind kein Produkt der Chirurgie, sie sind Bestandteil des menschlichen Geschlechts. Die Darstellung zu verbieten verstößt gegen die Menschenrechte.

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  • val klotz

    19.05.2014 11:50

    ...die “normale Bevölkerung” sollte daran denken warum völlig “normale” (=heterosexuelle) Paare keine Kinder in dieser Welt setzen. Und das hat nix mit „provozierende Minderheiten“ zu tun. Sondern mit wollen und können. eppur si muove.

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  • Stan Lem

    18.05.2014 21:19

    @hartmann: es gibt noch mehr dinge, welche die natur hervorbringt. werden die nun alle von provzierenden minderheiten auf die normale bevoelkerung losgelassen? dann hat der staat sein schutzrecht aufgegeben und wird in frage gestellt. die folgen sind absehbar.

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