«Körperwelten» in Hamburg: Leichenschau zeigt Tote beim Sex unter der Dusche

Die umstrittene Ausstellung «Körperwelten - Eine Herzenssache» des Leichenpräparators Gunther von Hagens startet an diesem Freitag in Hamburg. Wieder zeigt der Mediziner Tote beim Sex - diesmal unter der Dusche.

Gunther von Hagens alias Dr. Tod ist für seine umstrittenen Leichenschauen bekannt. Ob beim Sport, beim Pokern oder im Mutterleib: Der umstrittene Leichenpräparator zeigte Tote bereits in allen möglichen Situationen - auch beim Sex. So sorgte 2009 ein Exponat zweier Leichen beim Beischlaf für Aufsehen.

Gunter von Hagens zeigt Tote beim Sex unter der Dusche

Auch seine neue Ausstellung «Körperwelten - Eine Herzenssache», die am Freitag in Hamburg eröffnet, zeigt wieder Tote beim Sex - diesmal unter der Dusche. «Ist doch ganz natürlich» werden die einen sagen, «geschmacklos» werden es die anderen finden.

Fünf Monate lang wird die Wanderschau mit dem neuen Schwerpunkt-Thema Herz in Hamburg zu sehen sein. «Wir erwarten rund 200.000 Besucher», sagte die Kuratorin Angelina Whalley am Mittwoch. Sie ist die Ehefrau des an Parkinson erkrankten Mediziners, der immer mit schwarzem Filzhut auftritt.

FOTOS: Gunther von Hagens Der Plastinator und sein Werk

Kritik an «Körperwelten»-Ausstellung vor allem in Deutschland groß

In den vergangenen knapp 20 Jahren haben nach Angaben der Veranstalter weltweit rund 40 Millionen Menschen «Körperwelten» in Wanderausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gesehen. Nirgendwo seien die Proteste und ethischen Bedenken so groß gewesen wie in Deutschland, sagte Whalley.

Von Hagens versteht «Körperwelten» als Anatomie-Ausstellung. Kritiker werfen ihm vor, mit seinen Leichenpräparaten die Menschenwürde zu verletzen. Nach Angaben von Whalley haben bisher rund 14.000 Menschen eingewilligt, sich nach ihrem Tod gemäß seiner Methode präparieren zu lassen.

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zij/news.de/dpa

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12 Kommentare
  • Frank

    19.05.2014 22:19

    Ich denke, dass viele der Krtik-Kämpfe, die anlässlich dieser und vergangener Ausstellungen geführt werden und wurden, im Grunde gar nichts mit den Toten zu tun haben, sondern mit Scham- und Würde-Problemen von Lebenden. Wenn sich jemand schämt, weil er öffentlich beim Sex "erwischt" wurde, oder er sich aufregt, wenn er andere dabei beobachtet, stimmt mit dem Selbstbild desjenigen und seinem Menschenbild etwas nicht. Erst recht nicht, wenn es schon beim Nacktsein beginnt. Und da beginnt es bei vielen. Das ist ein wenig pervertiert.

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  • Frank

    19.05.2014 22:15

    Wieso ist es in Ordnung, einen liegenden, mit den Händen auf der Brust gefalteten Menschen mit Haut aufzubahren und auszustellen, denselben Menschen aber nackt und in einer lebensechten Pose darzustellen und als Plastinat zu konservieren, nicht? Macht die Kleidung den Unterschied? Wohl kaum, denn wir kommen nackt auf die Welt und nur ein Idiot würde sich mit seiner Kleidung auch seiner Würde berauben lassen. Würde hat nichts mit Kleidung zu tun. Und die Position? Bin ich beim Sex würdelos? Falls ja, warum tue ich das dann öfter als unbedingt notwendig?

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  • Frank

    19.05.2014 22:09

    Herr Mündinger, WAS ist ein Leichenschänder? Könnten Sie das mal genauer definieren? Ich sehe keinen großen Unterschied, einen Leichnam in Erde zu verbuddeln (damit es für schlichtere Hinterbliebene leichter wird, auch in einer Holzkiste), ihn zu verbrennen, oder ihn zu plastinieren. Im Gegenteil, im Idealfall sollte man ihn zu Nahrung verarbeiten, wie wir das ja mit Tier-Leichnamen sinnvollerweise auch tun. Diese Unsitte, einem toten Körper all zu viel Bedeutung beizumessen, stammt noch aus Zeiten, wo man glaubte, dass nach dem Tod im und mit dem Körper noch etwas stattfindet.

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