Computer: Schriftarten aus dem Netz: Probleme bei kommerzieller Verwendung

Berlin - Immer nur Arial oder Times New Roman? Das wird auf die Dauer ein bisschen eintönig. Schriftarten aus dem Netz bringen mehr Abwechslung in die Textverarbeitung. Wer sie kommerziell verwendet, sollte vorher aber einen Blick ins Kleingedruckte werfen.

Schriftarten aus dem Netz: Probleme bei kommerzieller Verwendung Bild: Franziska Koark/dpa

Neue Schriftarten können Computernutzer oft einfach kostenlos im Netz herunterladen. Wer die sogenannten Free Fonts kommerziell verwendet, kann sich aber rechtlichen Ärger einhandeln. Darauf weist das Portal «iRights.info» hin. Denn dafür gelten bei jeder Gratis-Schrift unterschiedliche Nutzungsbedingungen, die oft nur schwer zu finden sind oder nicht in deutscher Sprache vorliegen. Sicher nutzbar sind Free Fonts daher nur zu privaten Zwecken.

Wo genau die kommerzielle Nutzung beginnt, ist allerdings nicht ganz leicht zu erkennen. Nach Angaben der Experten wird es schon als kommerziell eingestuft, wenn jemand mit den Schriften eine Arbeit für jemand anders erledigt. Ob die Dienstleistung bezahlt wird oder es sich nur um einen privaten Gefallen handelt, spielt dabei keine Rolle. Wer mit der Schrift ein käufliches Produkt, also zum Beispiel eine Zeitschrift oder ein Buch herstellt, handelt ebenfalls kommerziell. Geschäftliche Dokumente wie Briefe und Kaufbelege gelten dagegen noch als private Nutzung.

Etwas mehr Sicherheit verschaffen sogenannte Open-Source-Schriften. Die gibt es ebenfalls gratis im Netz, im Gegensatz zu den Free Fonts stehen sie aber immer unter einer bestimmten Lizenz. Die erklärt genau, was der Nutzer mit einer Schrift machen darf. Die populärste Variante ist den Angaben nach die Lizenz SIL OFL (Summer Institute of Linguistics Open Font License). Solange der Anwender auf den Urheber hinweist, erlaubt sie auch die kommerzielle Nutzung.

Bei der Suche nach Open-Source-Schriften müssen Nutzer allerdings genau hinsehen: Wird eine Schrift als «Open Type» oder «Web Open Font» bezeichnet, geht es um das Dateiformat, nicht um die rechtlichen Regelungen. Im Zweifel achten Nutzer daher besser auf die Lizenz als auf die Bezeichnung. Gute Anlaufstellen für Gratis-Schriften sind zum Beispiel Google Fonts oder die Portale Fontsquirrel und 1001 Fonts.

Google Fonts

Fontsquirrel

1001 Fonts

news.de/dpa

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