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Peggy-Prozess: Nach zehn Jahren in Haft: Freispruch für Ulvi K.

2004 ging der Peggy-Prozess mit einem Schuldspruch für den geistig behinderten Ulvi K. zu Ende. Einziger Beweis: ein Geständnis, das später widerrufen wurde. Deshalb wurde der Prozess wieder aufgerollt - und Ulvi K. nach zehn Jahren freigesprochen.

Der geistig Behinderte Ulvi K. ist im erneuten Mordprozess um die seit 13 Jahren verschwundene Peggy freigesprochen worden. Das Landgericht Bayreuth hob am Mittwoch die frühere Verurteilung des 36-Jährigen wegen Mordes an dem Mädchen auf. Die Kammer folgte damit den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Noch immer fehlt die Leiche des Mädchens
Fall Peggy
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Leiche im Mordfall Peggy bleibt verschwunden

Peggy wird seit dem 7. Mai 2001 vermisst. Zwei Jahre später wurde Ulvi K. zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht Hof sah es damals als erwiesen an, dass der Gastwirtssohn die neun Jahre alte Schülerin tötete, um einen sexuellen Missbrauch zu vertuschen. Eine Leiche wurde allerdings nie gefunden.

Geständnis von Ulvi K. durch Ermittler forciert?

Im Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Denn ein Belastungszeuge hatte eingeräumt, falsch ausgesagt zu haben. Beim damaligen Prozess war außerdem nicht bekannt, dass die vermutete Tatversion der Ermittler dem Geständnis von Ulvi K. ähnlich war. Der Verdacht lag nahe, dass der Angeklagte nur eine ihm vorgegebene Version wiedergegeben hat. Er widerrief später seine Angaben.

Der Vorsitzende Richter beendete die Beweisaufnahme im neuen Prozess vorzeitig. Seine Begründung: «Bis zum heutigen Tag ist kein einziger Sachbeweis für das damalige Geständnis von Ulvi K. gefunden worden.»

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Neues psychiatrisches Gutachten soll über Freilassung entscheiden

Nach dem Freispruch hat das Landgericht ein neues psychiatrisches Gutachten angeordnet. Damit soll geklärt werden, ob Ulvi K. aus der psychiatrischen Klinik entlassen wird, in der er wegen exhibitionistischer Handlungen untergebracht ist.

Wie der Sprecher des Landgerichts Bayreuth, Thomas Goger, am Mittwoch mitteilte, soll ein Gutachter folgende Fragen beantworten: «Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Untergebrachte erneut Straftaten begehen wird? Welcher Art werden diese Straftaten sein? Welche Häufigkeit und welchen Schweregrad werden sie haben?» Mit dem Freispruch könnten sich «wesentliche Gesichtspunkte für die Gefährlichkeitsprognose geändert haben», erklärte Goger.

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zij/news.de/dpa

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